An der Uni pendelt sich so allmaehlich ein Alltag ein. Jedoch ist es hier nicht immer so, dass man wie an der Uni Koeln z.B. jeden Montag von 12.45 bis 14.15 die Vorlesung Handelsmarketing besucht. Wir haben einen Plan, der jeden Tag des Semesters auffuehrt und aussagt, wann welcher Kurs wo stattfindet. Diesen Plan habe ich mittlerweile in der dritten Ausfuehrung und eben habe ich eine E-Mail erhalten, dass Ende September erneut etwas geaendert wurde. Zudem tickt die Uhr hier anders. Morgen abend habe ich einen Kurs von 21.05 bis 22.20. Aber: that’s India! Ich bin mit meiner Kurswahl absolut zufrieden. Ich habe die Kurse bekommen, die ich wollte. Ich denke sie sind allesamt interessant und werden mir einen Eindruck ueber die indische Gesellschaft und Industrie vermitteln.
Ich bin mehr oder weniger schon mittendrin. Zumindest habe ich schon Literatur und Cases (=Fallstudien der Universitaet selbst) in zwei Faechern gelesen und war heute in der Bibliothek, um mir ein Buch auszusuchen, ueber das ich eine Zusammenfassung schreiben muss hinsichtlich strategischer Gesichtspunkte. Wie genau das aussehen soll, weiss ich noch nicht.
Alles Material wie Kugelschreiber, Bleistift, Block, Textmarker etc. konnte ich hier in einem kleinen Laden neben der Mensa kaufen. Den karierten Block musste ich bestellen und er war dann auch tatsaechlich nach 2-3 Tagen da. Eine schoene Tasche habe ich an einem Strassenstand doch noch gefunden.
Hier die Universitaet wirkt wie ein kleines Dorf. Man steht auf, geht die Treppe runter und ist direkt an den Vorlesungsraeumen, der Mensa, der Bibliothek – nichts ist weit entfernt. Es gibt eine Bank, eine Post, einen Arzt auf dem Campus. Es ist echt nett. Per Telefon auf dem Zimmer kann man jeden Studenten erreichen und Dinge abklaeren oder sich verabreden.
Und man merkt immer wieder, dass es uns Austauschstudenten allen gleich geht…wir haben alle die gleichen Probleme, wie z.B. Internetzugangsprobleme oder auch, dass wir die Professoren schlecht verstehen, und auch die gleichen Interessen – die ersten planen ihre gemeinsame Kurzreise fuer das kommende Wochenende.
Gestern abend hatten wir unser erstes “Dorm-Meeting”, bei dem sowohl wir Austauschstudenten als auch die indischen Studenten sich vorgestellt haben. Uns wurden wichtige Dinge erklaert und wir konnten Fragen stellen. Alle sind wirklich sehr nett und hilfsbereit.
Mein Zimmer finde ich mittlerweile echt huebsch. Ich freue mich jeden morgen die Tueren zum Balkon aufzumachen, damit die Sonne hineinscheint. Die Sonne ist das Schoene an dem Wetter, das Unangenehme sind die Temperaturen – 35 bis 39 Grad taeglich. Man kommt aus der Dusche und faengt direkt an zu schwitzen. In meinem Zimmer habe ich einen Ventilator und in den Vorlesungsraeumen gibt es Klimaanlage. Also alles irgendwie ertraeglich.
Ich denke, ich habe mich in der kurzen Zeit bisher gut eingelebt und die 3 Monate Uni werden bestimmt vorbeigehen wie im Flug…