Donnerstag, 8. Januar 2009

Flug, Ankunft...back in Germany



Leider war ich so müde, dass ich im Flieger direkt einschlief und somit das leckere Abendessen der Business Class verpasste. Aber das Frühstück habe ich mir nicht entgehen lassen! Währenddessen flogen wir bereits über Deutschland und ich konnte vom Fenster aus die weissen Felder sehen. Ich musste mich also tatsächlich auf eisige Temperaturen einstellen. Landung in Frankfurt pünktlich um 8.45h...meine arme Familie musste wegen der Ankunft am Morgen bereits um 6.00h zu Hause in der Eifel losfahren. Ich zog mir als allererstes meine Fleecejacke an und suchte in den Irrwegen des Frankfurter Flughafens die Gepäckausgabe. In indischer Gelassenheit setze ich mich neben das Gepäckband...mit der Erwartung "Mein Rucksack ist so oder so der letzte". Und so war es auch...als andere Fluggäste die Gepäckausgabe verließen, sah ich durch die Tür bereits die beiden mir bekannten 'Rotschöpfe'...Mama, Birgit und auch Papa versuchten durch den Türspalt einen Blick auf mich zu erhaschen...sie winkten wie wild und ich winkte zurück. Als mein Rucksack endlich auf dem Band auftauchte, musste ich ihn mir noch anziehen...nur noch wenige Sekunden bis ich meine Familie endlich wiedersehe...sobald ich durch diese Tür getreten war, sah ich meine drei Lieben dort stehen...voller Freude, mit einem wunderschönen Blumenstrauss und Tränen in den Augen...auch mir kamen natürlich die Tränen als ich sie alle nacheinander eng in die Arme nahm..."welcome back, Kirsten, in good old Germany..."
Mit dem Auto fuhren wir ca. 2 1/2 Stunden durch die Schneelandschaft bis in die Eifel...und erst dann war ich wieder zu Hause...Im Flur hing ein "Willkommen"-Plakat, im Wohnzimmer Fotos von mir in den ersten Wochen meiner Indienreise, im Schlafzimmer die Landkarte von Indien - gespickt mit Nadeln an all den Orten, die ich gesehen habe...und der Christbaum stand noch! Nach einem heissen Bad und ein wenig Schlaf feierten wir an diesem Abend gemeinsam Weihnachten. Meine Geschenke und Mitbringsel haben allen Gott sei Dank gefallen. Am nächsten Tag dann eine Überraschung...ich dachte, nur Oma würde vorbeikommen...doch es kamen auch Verwandte und Freunde, um mich willkommen zu heissen...es war sehr schön alle wieder zu sehen...
Nun muss ich mich allmählich wieder einleben und mich an mein 'altes' Leben gewöhnen. Hier ist es doch wie in einer anderen Welt...
Ich bereue es nicht und bin im Gegenteil sehr froh, dass ich mich getraut habe nach Indien zu gehen. Es war interessant und lehrreich; ich habe eine andere Welt kennengelernt - andere Leute, andere Kultur, anderes Klima, andere Landschaft, anderes Essen...ich habe so vieles erlebt und gesehen, so viele neue Leute getroffen, mit denen man sich gut verstanden hat...alles Erfahrungen, die mir niemand mehr nehmen kann...und wer weiss, vielleicht sitze ich irgendwann wieder in einem Flugzeug mit dem Ziel Indien...

Bangalore und der Abflug



Nach Silvester hiess es leider endgültig Abschied nehmen...ich setzte mich in den Zug Richtung Bangalore, von wo aus mein Flug in die Heimat starten sollte. Lotta fuhr für ihren Yoga-Kurs nach Goa, Christophe flog in wenigen Tagen auch nach Frankreich zurück und Helena und Anders trafen sich in Mumbai mit seinen Eltern. Es war ein komisches Gefühl...hatte man doch so viel Zeit zusammen verbracht...
Meine letzten Tage in Indien verbrachte ich in Bangalore und der umliegenden Gegend. Es hatte sich zufällig ergeben, dass ein Freund vom Campus in Ahmedabad zur gleichen Zeit in Bangalore war. Somit hatte ich eine Art Führer, der mir ein bißchen die Stadt und Umgebung zeigen konnte. Die Stadt selbst ist recht attraktiv...einige Einkaufscenter, nette Bars und Restaurants (z.B.das Hard Rock Cafe), ein paar Parks...ich habe mich wohl gefühlt und ein paar letzte Einkäufe machen können. In der näheren Umgebung - in Mysore - haben wir uns einen atemberaubenden Palast angesehen. Es ist der Sitz des Maharadschas von Mysore. Im Inneren des Palastes gibt es buntes Glas, Spiegel, grelle Farben, geschnitzte Holztüren, Mosaikfußböden und vieles mehr zu bestaunen.
In der Nacht vom 2. auf den 3.Januar machte ich mich dann per Taxi auf den Weg zum Flughafen, der weit außerhalb von Bangalore liegt. Geschlagene drei Stunden vor Abflug musste ich dort sein. Beim Einchecken erfuhr ich, dass ich erneut das Glück hatte Business Class zu fliegen!!! Im Flughafen habe ich dann mehr oder weniger die letzten Rupien ausgegeben, bevor es gegen 3.00h hieß: "Bitte einsteigen!" Da ich es gewohnt war Englisch zu sprechen, fragte ich die Stewardess auch auf Englisch nach meinem Platz - sogar ein Fensterplatz!! Erst später fiel mir auf, dass es selbstverständlich bei der Lufthansa auch Stewardessen gab, die Deutsch sprechen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge winkte ich Indien ein letztes Mal zu, bevor die Maschine abhob. Es war eine verdammt schöne Zeit mit vielen Erlebnissen und Erfahrungen, die ich niemals vergessen werde!!

Mittwoch, 7. Januar 2009

Kochi / Cochin



Ende Dezember machten wir uns dann per Zug auf Richtung Kochi - in den Norden von Kerala. Kochi besteht aus einer Reihe von Inseln und Halbinseln und aus Eranakulam auf dem Festland. Der Bahnhof befindet sich in Eranakulam. Somit ist es notwendig nach Fort Cochin und Mattancherry eine Fähre zu nehmen. Fähren waren aber sehr regelmäßig zwischen den Inseln und dem Festland hin und her. In Mattancherry sind wir durch das jüdische Viertel geschlendert - eine Synagoge mit hübschem Uhrenturm, der Mattancherry-Palast mit aufwendigen Wandmalereien, viele kleine Souvenir - und Antiquitätenläden. Danach haben wir die Gegend in Fort Cochin erkundet. Zu besichtigen gab es eine atemberaubende Basilika und eine christliche Kirche. Ansonsten waren die chinesischen Fischernetze an der Promenade interessant. Diese riesigen, spinnennetzartigen Gebilde werden zum Teil noch heute zum Fischfang genutzt. Fische, kleine Babyhaie, Garnelen, Krebse, Sardellen...all das kann man sich bei den Fischern am Stand aussuchen und direkt frisch zubereiten lassen. Bezahlt wird nach Gewicht. Auf den Felsen am Ufer kann man wunderbar den Sonnenuntergang beobachten.
Hier haben wir dann auch Silvester verbracht. Leckeres Essen, Cocktails und Musik.

Varkala - Teil zwei



In der Woche nach Weihnachten unternahmen wir nicht wirklich viel. Statt dessen machten wir einfach nur Urlaub...d.h. morgens aufstehen, lecker frühstücken gehen, bißchen an den Shops entlang schlendern und die letzten Souvenirs besorgen, sich am Strand in der Sonne räkeln, ab und zu eine leichte Abkühlung im Meer genießen und in den Wellen toben, abends lecker essen gehen...
Einen Nachmittag verbrachten wir am sog.Black Beach - ein kleiner Strand, der etwas weiter entfernt lag und an dem es einen breiten Streifen schwarzen Sand gab, auf dem man sich aber nicht hinlegen konnte weil es einfach zu heiss war.
Wir verbliebenen fünf hatten uns dazu entschlossen an einem Abend einen Kochkurs zu machen, bei dem uns gezeigt werden sollte wie man typisches Essen in Kerala zubereitet. Zunächst mussten die verschiedenen Gewürze, Kräuter und Gemüsesorten klein geschnitten werden...Ingwer, Karotten, Zwiebeln etc. Dies war vor allem eine Herausforderung als, wie jeden Abend hier, die Elektrizität von 20.00h bis 20.30h abgeschaltet wurde. Aber wofür gibt es Kerzen und Kopf-Taschenlampen!!So konnten wir unsere Vorbereitungen ungehindert fortsetzen...danach wurde der Fisch für das Fisch-Byrani (Reis mit Fisch untereinander)sauber gemacht und vorbereitet, das Hühnchenfleisch für das Hühnchencurry angebraten,schon mal unsere Vorspeise - Paneer (eine Art Käse) mit Gemüse im Wok gebraten - zubereitet,...eine andere besondere Herausforderung war das Parota - ein Brot typisch für Kerala. Der Teig wurde nicht nur einfach in kleine Portionen zerlegt, sondern auch in besonderer Weise ausgerollt, durch die Luft geschleudert und in Schneckenform zusammengelegt. Später wurde dieser dann platt geklopft, auf einer Art Platte, die man auch dazu benutzen könnte um Crepes zu machen, gebraten und mit Käse bestreut...mmmhhh...sehr lecker!!Nach drei Stunden in der Küche mit unserem netten indischen Koch, durften wir schließlich draußen an einem Tisch Platz nehmen und unser selbst gekochtes Essen genießen...