Unsere “Austauschstudenten-Abschiedsparty” war wirklich gut organisiert…auf der Dachterasse eines der Wohnheime hat ein Caterer-Team Essen zubereitet, Getraenke standen bereit und man konnte sich auf Matratzen sitzend ueber die vergangenen Monate unterhalten oder aber zu internationaler Musik ausgelassen tanzen. Der Abend verging natuerlich wie im Flug…
Am naechsten Morgen hiess es zeitig aufstehen. Wir hatten uns fuer 8.00Uhr am Haupteingang verabredet. Mit meiner deutschen Puenktlichkeit war ich die erste am Treffpunkt. Johan kam mir entgegengetorkelt und faselte etwas von ‘Fruehstueck organisieren’. Auch Anders war noch ein wenig angetrunken. Wir anderen hatten mehr mit unserer Muedigkeit zu kaempfen. Nachdem alle eingetrudelt waren und man sichergestellt hatte, alle wichtigen Dinge dabei zu haben, teilten wir uns auf drei Rikschas auf und es ging ab Richtung Bahnhof. Ich denke, nicht nur mir graute es vor 27 Stunden Zugfahrt. Der Zug stand schon bereit und unser Abteil war schnell gefunden. Wir hatten gluecklicherweise ein Abteil fuer uns alleine. Also machten wir es uns gemuetlich. Neben lesen und Musik hoeren, habe ich den Nachmittag mit schlafen verbracht…und so auch die ganze Nacht. Daher gingen die Stunden fuer mich sehr schnell vorbei. In Haridwar nahe Rishikesh angekommen, erwartete uns Louis bereits. Er war derjenige, der uns waehrend unserer Rafting-Tour mit dem Kajak begleitete und Fotos von uns machte – eine CD mit ca.300 Bildern! Wir stiegen in einen weissen Minibus und fuhren, nach einem Stop fuers Mittagessen, zum Hauptquartier der Rafting-Agentur. Dort packten wir alle Dinge, die wir auf der Tour benoetigten in einen sog.’Drybag’, in dem die Sachen vor Wasser geschuetzt waren. Ausserdem bekamen wir ‘wetsuits’ – das sind spezielle Einteiler, die trotz Naesse waermen, aehnlich wie ein Tauchanzug. Nach Tee und Keksen ging es dann ca.6 Stunden mit dem Minibus in die Berge. Es war bereits dunkel als wir ‘das Camp’ direkt neben dem Fluss erreichten. Wir teilten uns auf die zur Verfuegung gestellten Zelte auf. Auch Schlafsaecke und Matten waren bereits in den Zelten fuer uns bereitgestellt. Zum Abendessen setzten wir uns alle um das Lagerfeuer herum und jeder stellte sich der Gruppe kurz vor. Die Gruppe bestand aus uns sieben Austauschstudenten, einer Polin, einem Kanadier – beide unser Alter - , unserem ‘Guide’ Eddie und seiner Freundin aus der Schweiz, Louis aus Grossbritannien und seiner Freundin aus den Niederlanden und einem Inder – also ein internationaler Mix. Wir waren von der Reise doch etwas erschoepft und gingen frueh schlafen. Neben den Schlafzelten gab es auch ein ‘Toilettenzelt’ fuer die natuerlichen Beduerfnisse. Anstatt Toilettenwagen musste hier in der Wildnis eben ein Loch im Boden reichen. Am naechsten Morgen war es recht frisch, aber eine tolle Landschaft! Das Fruehstueck war echt lecker wie all das Essen waehrend des Trips – besser als am Campus. Anschliessend zogen wir uns ‘wetsuits’, Jacke, Rettungsweste und Helm an und ab ging es mit alle Mann ca.1 Stunde per Minibus zu unserem Startpunkt. Bevor es zu Wasser ging, erhielten wir von Eddie eine Einweisung wie wir richtig auf dem Raft sitzen, wie wir synchron paddeln, wie wir uns verhalten sollen, falls wir vom Raft ins Wasser fallen usw. Und dann ging es los… Gosha und Eddies Freundin fuhren mit uns auf dem Raft. Theissen paddelte per Kajak vor/hinter/neben uns – wie die drei Restlichen der Gruppe, die fuer unsere Sicherheit sorgen sollten, falls wir ueber Bord gehen sollten. Die erste Stromschnelle war ein komisches Gefuehl, aber es machte Spass!! Gefaehrliche Stellen wurden vorher von Eddie genauestens analysiert. Ich fuehlte mich zu jedem Zeitpunkt sicher. An dem Tag waren wir bereits am Nachmittag zurueck am Camp. Es wurde Holz fuers Lagerfeuer gesucht, Haare im Fluss gewaschen, die Gegend erkundet. Am naechsten Morgen brachen wir die Zelte ab und packten alles zusammen – zum Teil aufs Raft und zum Teil in den Minibus. Dann ging es per Raft und Kajak den Fluss entlang. Dies war der einzige Tag auf der Tour mit bewoelktem Himmel. Es war eine echte Ueberwindung an diesem Morgen die noch nicht vollstaendig trockenen Sachen wieder anzuziehen. Wir passierten ein paar aufregende Stellen im Fluss. Im ruhigen Gewaesser warfen die Jungs sich gegenseitig ins Wasser – und das war verdammt kalt! Mittagspause machten wir am Flussufer – mit mitgebrachten, fertig gekochten Kartoffeln und Gemuese. Mittlerweile hatte sich auch die Sonne wieder blicken lassen. Am Spaetnachmittag erreichten wir einen kleinen Strand, an dem bereits der Rest der Crew Tee vorbereitet hatte. Unsere Zelte mussten wir selbst aufbauen, nachdem wir uns erst mal trocken gelegt hatten. Nicht jeder ist ein Meister darin…und bei manchem ‘Zeltteam’ gab es Koordinationsschwierigkeiten. Aber letztendlich standen alle Zelte und wir sassen ums Lagerfeuer herum. Spaeter gab es Huehnchen und Lamm frisch vom Grillfeuer, neben Spaghetti mit Tomatensosse und Gemuese. Am naechsten Morgen genossen wir die aufgehende Sonne ueber Fluss und Landschaft – der eine mit ner Tasse Tee, der andere beim Zaehneputzen. Es hiess erneut alle Zelte abbrechen und unsere Sachen in den Minibus laden. Dann ging es den letzten Teil flussabwaerts. Hier mussten natuerlich auch Eddie und wir Maedels dran glauben…einmal nicht aufgepasst und schon befand man sich im Wasser. Am Ende wurden wir noch mal mit Essen versorgt, bevor wir uns trockene Sachen anzogen und uns auf die vierstuendige Fahrt zurueck zum Hauptquartier in Rishikesh machten. Direkt nebenan gab es ein Hotel, in dem Eddie fuer uns Zimmer reserviert hatte. Es gab Probleme mit dem warmen Wasser zum Duschen…also beschlossen die meisten, dies auf den naechsten Morgen zu verschieben. An dem Abend sassen wir noch gemeinsam in einem der Zimmer zusammen und spielten Karten. Am naechsten Morgen gingen wir mit der ganzen Gruppe gemeinsam im Ort fruehstuecken – mal wieder richtig lecker! Danach hiess es auch schon Sachen zusammenpacken und sich auf den Weg zum Bahnhof begeben. Nur Helena und Anders blieben fuer ein paar Tage in Rishikesh. Zwei unserer Jungs stiegen in Delhi aus und ich fuhr mit Lotta und Chistophe wieder 28 Stunden zurueck nach Ahmedabad - wobei die klimatisierte Klasse vom Hinweg schon besser war als die nicht klimatisierte auf dem Rueckweg. Insgesamt war es ein toller Trip und wir hatten viel Spass!!