Montag, 13. Oktober 2008

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Diese Woche habe ich an der Uni Midterm-Klausuren und bin daher schwer mit meinem Lernstoff beschaeftigt. Die naechste Reise geht am 21.Oktober fuer eine Woche nach Darjeeling...genau, da wo der Tee herkommt und man einen wunderbaren Blick auf die gigantischen Berge des Himalaya haben soll!!
Es kann also sein, dass ihr hier erst wieder in ein paar Wochen wieder etwas von mir hoert.
Aber ich hoffe, euch gefallen die Fotos, die ich heute endlich mal hochladen konnte!!
Viele liebe Gruesse nach Deutschland!!

Wieder Zeit fuer eine Reise...4.Kota


In Kota selbst blieb uns nicht viel Zeit, da unser Zug um 18.05h abfahren sollte. Wir suchten einen netten Park auf, in dem wir uns faul ins Gras fallen liessen.Dort beobachteten wir die Affen um uns herum und lauschten der indischen Musik aus den Lautsprechern, die wie Lampen die Wege im Park saeumten. Leider zu kurz – wir mussten uns schon wieder aufmachen Richtung Bahnhof. Dort stellten wir dann fest, dass unser Zug ganze zwei Stunden Verspaetung hatte!! Also setzten wir uns in einen Aufenthaltsraum und assen mein “Not-Futter” = Nuesse, Rosinen und getrocknete Feigen. Da drei von uns vieren am naechsten Tag einen Test im selben Kurs schreiben mussten, kramten wir unsere Lernsachen hervor und bereiteten uns auf den Test vor. Somit haben wir die Wartezeit sinnvoll genutzt. Gegen 20h lief der Zug dann endlich ein. Sarah und ich hatten die guenstigere, nicht klimatisierte Sleeper Class gebucht und die Jungs die komfortablere, klimatisierte Klasse. Sie waren wirklich reizend…warteten bis wir in unseren Wagon eingestiegen waren und erkundigten sich per SMS, ob bei uns Maedels alles in Ordnung sei. Wir haben noch Fotos geguckt und haben uns dann hingelegt zum schlafen. Und das haben wir dann auch gemacht, bis wir nach ca. 10 Stunden in Ahmedabad ankamen. Eine wirklich entspannte Zugfahrt!

Wieder Zeit fuer eine Reise...3.Bundi





In Ajmer angekommen mussten wir gluecklicherweise nur kurz warten bis der Bus nach Bundi losfuhr. Fuenf Stunden Fahrt mit diesem oeffentlichen Bus auf extrem schlechten Strassen war recht anstrengend. Man konnte nicht schlafen, auch das Lesen im Lonely Planet war schwierig und der Bus war total laut – eben nicht mehr das neueste Modell. Am spaeten Nachmittag erreichten wir schliesslich Bundi. Im “Lake View Paying Guest House” liessen wir uns von einem netten alten Mann zunaechst die Zimmer zeigen. Aber ganz ueberzeugt waren wir nicht. Also guckten wir uns auch die Zimmer der Konkurrenz direkt nebenan an. Dann erschien uns das erste Gaestehaus doch die bessere Wahl zu sein. Unsere Maegen knurrten. Also bestellten wir erst mal etwas zu essen. Waehrend das Essen in einem kleinen Raum direkt neben der Terasse angerichtet wurde, genossen wir direkt an dem kleinen kuenstlichen See die letzten Sonnenstrahlen. Hier geht die Sonne mittlerweile naemlich schon gegen 18.30h unter. Nach dem Essen machten wir uns dennoch auf, um durch die Strassen der Stadt zu schlendern. Wir schauten uns die kleinen Laeden an bis wir ein Tor passierten. Hinter diesem Tor war die Strasse ploetzlich komplett dunkel. Es schien als waere mal wieder der Strom ausgefallen. Manche Laeden hatten ein Notstrom Aggregat, in anderen brannten Kerzen. So schlenderten wir eben im Dunkeln durch die Strassen. Irgendwann hoerten wir Musik, der wir folgten. Wie den Tag zuvor in Pushkar feierten die Einwohner hier noch das Ende des Nawrati-Festivals – und zwar mit Musikkapelle und einem bunten, hell erleuchteten Wagen (eine Art Wagen wie bei uns in den Karnevalszuegen). Zusaetzlich wurde die Parade von Kindern begleitet, die erleuchtete Neonroehren trugen (wie bei uns an St.Martin; nur sind es hier keine Pechfackeln, sondern Neonroehren). Dies koennte der Grund sein, dass die halbe Stadt im Dunkeln liegt!! Spaeter stellten wir fest, dass es nicht nur eine, sondern zwei verschiedene Paraden waren, die sich schliesslich unter Abfeuern von Feuerwerk und Abbrennen von Wunderkerzen an einem zentralen Platz trafen. Dort schauten wir uns noch ein wenig die Feierlichkeiten an, bevor wir uns auf den Weg zurueck zum Hotel machten. Dort gab es dann gegen 22h unser bestelltes Essen. Als Abendbeschaeftigung spielten wir, nachdem wir festgestellt hatten, dass “Stadt-Land-Fluss” gleichzeitig in verschiedenen Sprachen nicht moeglich ist, ein kreatives Wortspiel bei dem mein englisches Vokabular gefragt war. Es war wirklich lustig. Doch irgendwann ueberkam uns die Muedigkeit und wir gingen schlafen. Am naechsten Morgen fruehstueckten wir zeitig um 7.30h, um noch genuegend Zeit zu haben was von Bundi zu sehen bevor wir weiterreisen mussten. Also machten wir uns auf und besichtigten zuerst den Palast. Danach kletterten wir den Berg weiter hinauf und streiften durch die Ruinen einer ehemaligen Festung. Dort begegneten uns neben einer Gruppe Inder auch ein paar Affen. Zwischendurch hielten wir inne und genossen den wunderbaren Blick auf die Stadt und die umliegende Landschaft. Auf dem Rueckweg zum Hotel machten wir noch an ein paar Laeden halt. Der nette Mann in dem Klamottenladen lud uns sogar auf ein Glas Chai ein. Das Mittagessen war wieder lecker. Unabsichtlich hatte Max anstatt einen Lassi (=ind.Joghurtgetraenk) ein Thali (ind.gemischtes Essen) bestellt. Dies war natuerlich viel zu viel…wir liessen es zunaechst fuer die Reise einpacken, liessen es aber dann doch wegen der Unhandlichkeit zurueck.
Der Bus nach Kota war schon recht voll als wir am Busbahnhof ankamen. Da es auch diesmal wieder ein oeffentlicher Bus war, sassen viele Inder unterschiedlicher Klassen im Bus – u.a.auch eine junge Frau mit einem kleinen Kind auf dem Arm, dass wahrscheinlich gerade mal ein Jahr alt war. Sie bat uns die ganze Stunde Fahrt ueber um Geld, um Essen kaufen zu koennen. Da viel es schon verdammt schwer hart zu bleiben. Denn haette ich ihr etwas gegeben, haette ich manch anderem im Bus auch etwas geben muessen. In diesem Moment wuenschte ich, wir haetten das falsch bestellte Essen doch mitgenommen!!

Sonntag, 12. Oktober 2008

Wieder Zeit fuer eine Reise...2.Pushkar



Pushkar ist nur eine halbe Stunde von Ajmer entfernt – es liegt direkt hinter dem sog.Schlangenberg. Autorikschas gibt es hier nicht. Die Stadt ist so klein (14.789 Einwohner), dass man per Pferderikscha oder zu Fuss ueberall schnell hinkommt. Aber anstatt auf einem Holzkarren zum Hotel geschoben zu werden, bevorzugten wir dann doch den Fussmarsch. Nach dem Check-In und einer Tasse Chai, machten wir uns auf, die Stadt – eine hinduistische Pilgerstaette - zu erkunden. Im November findet ausserhalb der Stadt ein grosser Kamelmarkt statt. An dem kleinen See liegen eine Reihe von heiligen Ghats, an denen die Pilger Opfer darbringen und ein Bad im heiligen Wasser nehmen. Ausserdem gibt es hier viele Affen, die frei herumlaufen. Wir schlenderten die Strasse mit den vielen bunten Geschaeften und Staenden entlang und erwarben das ein oder andere Teil, ob fuer einen selbst oder aber als Mitbringsel. Zu Mittag assen wir im Rainbow Restaurant mit Blick auf den See. Auch wenn das Essen auf sich warten liess, hat es sehr gut geschmeckt – besonders der Mango Lassi. Anschliessend schauten wir uns den Brahma-Tempel an. Auf dem Rueckweg konnten wir eine traditionelle Parade mit verkleideten Kindern und Erwachsenen auf Pferd, Kamel UND Elefant beobachten. Sie feierten das Ende vom Nawrati-Festival mit viel Musik und einer theaterlichen Darbietung der dazugehoerenden Geschichte. Die kleine Strasse war ueber und ueber mit Menschen gefuellt. Und trotzdem draengten sich welche mit ihren Motorraedern durch die Masse. Irgendwann kehrten wir zurueck zum Hotel – aber nur um unsere Einkaeufe abzulegen. Dann ging es direkt weiter…wir wollten den Huegel emporklimmen, um einen wunderbaren Sonnenuntergang ueber der Stadt zu erleben. Es hat einige Zeit gedauert, aber schliesslich haben wir die Stufen und den Weg entdeckt, der den Huegel hinauf fuehrte. Ganz schoen anstrengend! Doch es hat sich gelohnt. Von hier aus hatten wir einen Blick ueber die komplette umliegende Landschaft und Pushkar selbst. Wir genossen den Sonnenuntergang und auch das Feuerwerk, welches aufgrund des Festivals abgefeuert wurde. Mittlerweile war es dunkel und die Beleuchtung an dem Weg hinab fiel ab und zu aus. Aber Sarah hatte eine Art Minitaschenlampe an ihrem Handy und beleuchtete somit zusaetzlich ein wenig den Weg. Wir kamen alle heil, aber durstig wieder am Ende des Huegels an. Nach erneutem kurzen Zwischenstopp im Hotel ging es dann zum Abendessen ins Moon Dance – bekannt fuer Pasta und Pizza und deutsche Backwaren. Leider mussten wir ueber eine Stunde auf unser Essen warten und waren schon drauf und dran zu gehen. Geschmeckt hat es dennoch und wir haben die Pizza gegenseitig probiert. Im Hotel haben wir den Abend bei einem Flaeschchen Bier ausklingen lassen, wobei wir Joy zu spaeterer Stunde zum Geburtstag gratulieren konnten. Nach einer relativ kurzen Nacht und einem leckeren Nutella-Crepe zum Fruehstueck, ging es zeitig mit dem oeffentlichen Bus zurueck nach Ajmer, von wo aus wir dann den Bus nach Bundi nehmen wollten.

Wieder Zeit fuer eine Reise...1. Ajmer



Ich haette nicht gedacht, dass ich diesen Reisetrip haette antreten koennen. Montag morgen bin ich mit einem angeschwollenen Auge aufgewacht, mit dem ich kaum etwas sehen konnte. Aber dank Muttis Tips aus der Ferne und Medikamenten ging es mir erstaunlicherweise Dienstag morgen viel besser. Also beschloss ich, die Gelegenheit mal wieder zu reisen zu nutzen und die Medikamente mitzunehmen. So ging es Dienstag am Spaetnachmittag direkt nach der letzten Vorlesung zusammen mit Sarah (USA) und Maximilien (Frankreich) auf zum Bahnhof. Als Abendessen haben wir uns am Bahnhof Samosa und Sandwiches gekauft. Doch erstaunlicherweise bekamen wir im Zug ein komplettes Abendessen mit Sandwich, Samosa, Tee und Desert. Muss an der gebuchten Klasse gelegen haben. Nach ca. 6 Stunden Fahrt und ein bisschen Schlaf kamen wir mitten in der Nacht in Ajmer an. “Gut, dass wir ein Hotel gebucht haben…” dachte ich. Doch leider entsprachen die Zimmer nicht ganz unseren Vorstellungen…und wir sind wirklich nicht penibel. Aber fuer diese dreckigen Zimmer war der Preis einfach zu hoch und der Mann an der Rezeption absolut unfreundlich. Tja, was nun…wir haben versucht ein anderes Hotel um 1.00h nachts zu finden. Bei einem war tatsaechlich noch jemand wach. Das Haveli Heritage Inn ist in einem 100 Jahre alten “haveli” (=traditionelles altes Haus in Rajasthan) untergebracht, hat nette Zimmer und einen schoenen gruenen Innenhof. Der freundliche Besitzer gab mir sogar noch ein paar Eiswuerfel, um mein Auge zu kuehlen. Nach dem Fruehstueck am naechsten morgen machten wir uns auf, um die Stadt zu erkunden. Zuerst fuehrte es uns zum Dargah – eine der wichtigsten muslimischen Pilgerstaetten Indiens. Es war hier total ueberfuellt. Menschen ueber Menschen stroemten in diesen Komplex, I den man nur barfuss und mit Kopftuch betreten darf. Es war eine kleine Stadt fuer sich. Um die Moschee herum sassen die Pilger – beteten und brachten ihre Opfer dar. Wir schlenderten weiter die schmalen Strassen mit Haendlern entlang bis zu den Ruinen der Adhai-din-ka-Jhonpra Moschee. Sie ist ein wunderbares Stueck Architektur. Hier war es mal wieder so, dass viele Inder uns um ein Foto baten. Irgendwann wurde es uns aber zuviel und wir ergriffen die Flucht. Als letzte Station vor dem Mittagessen besichtigten wir einen jainistischen Tempel. Dieser hat eine doppelstoeckige Halle, in der sich eine Modellwelt der goldenen Stadt befindet, so wie sie sich die Jainisten vorstellten. U.a. sah man fliegende Schwaene und Elefanten als Gondeln. Danach hiess es: Essen fassen! Das Mango Masala bot wirklich leckeres indisches Essen. Nicht zu vergleichen mit dem Essen in der Mensa am Campus. Ein wenig ko vom Umherstreifen und der Hitze, ruhten wir uns im Hotel knapp eine Stunde aus, bevor wir uns zum Ana Sagar – einem grossen See – aufmachten. Dort in einem anliegenden Park kauften wir uns Eis und genossen die untergehende Sonne. Gegen 18.15h, zu Sonnenuntergang, hoerte man das Kreischen einer Horde von Voegeln und sah wie sie ueber unsere Koepfe kreisten. Das Prozedere war mir bereits von meinem Zimmer am Campus bekannt, da es direkt an einem kleinen Wald liegt. Doch hier wurde uns bei naeherem Hinsehen klar, dass es keine Voegel waren, die ueber unsere Koepfe kreisten, sondern zig kleine Fledermaeuse!! Wahnsinn! Dann trafen wir Joy – einen indischen Studenten von unserem Campus, der die restlichen Tage mit uns reiste. Zurueck am Hotel organisierte er uns ein gutes Restaurant zum Abendessen und ein paar Flaschen Bier fuer danach. Das Essen war sehr lecker, aber zuviel fuer mich. Bei einem Bierchen in dem huebschen Innenhof des Hotels, tauschten wir uns kulturell aus ;-)) und machten Plaene fuer den naechsten Tag. Dieser begann zeitig mit einem Fruehstueck um 8.30h. Anschliessend packten wir unsere Rucksaecke und erwischten am Busbahnhof noch den Bus um ca.10h Richtung Pushkar.

Samstag, 27. September 2008

Zwischenstop in Jamnagar



Jamnagar erreichten wir gegen 19h. Das Hotel war per Rikscha schnell gefunden. Zuerst war ich mit den Zimmern ueberhaupt nicht zufrieden. Doch dann einigten wir uns darauf, dass das Zimmer mal kurz gereinigt wurde – v.a. das Bad – und blieben. Wir hielten uns nicht lange auf, sondern machten uns direkt auf, um ein Internet-Café zu finden, in dem wir unser Zugticket fuer den naechsten Tag ausdrucken konnten. Nach der Suche auf eigene Faust, war uns ein Polizist behilflich. Danach knurrte dann auch der Magen und wir fuhren zu einem Restaurant, welches vom Lonelyplanet empfohlen wurde. Das Essen war gut und wir bestellten sogar Desert. Ich habe alles gut vertragen. Zurueck im Hotel beschlossen wir am naechsten Tag etwas laenger zu schlafen. Tatsaechlich waren es dann ca. 10 bis 12 Stunden! Und das, obwohl man in dem Zimmer das Hupen der Autos auf der Strasse hoeren konnte. Wir waren einfach so muede. Nach dem Fruehstueck im Hotel ( zufaelligerweise trafen wir dort den Leuchtturm-Waerter von Dwarka wieder, dessen Freund der Besitzer des Hotels war ) machten wir uns zu Fuss auf zum Lakhota-Palast im Ranmal-See. Mit unserem Studentenausweis des IIMA gab es leider keinen ermaessigten Eintritt. Dennoch war der Palast ganz interessant. Am Ende sollten wir zusaetzlich pro gemachtem Photo Rs.2 zahlen…wir haben natuerlich nur jeweils 5 Stueck gemacht ;-))
Anschliessend besuchten wir den Bala-Hanuman-Tempel, in dem seit 1964 ununterbrochen rund um die Uhr ein bestimmtes Gebet gesungen wird. Dies hat dem Tempel einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde eingebracht. Viel mehr gab es auch nicht zu sehen, da ein paar andere Tempel in der Stadt geschlossen waren und wir fuer eine Tour in den Marine National Park leider nicht genuegend Zeit hatten. Also schlenderten wir ein bisschen durch die Strassen, gingen was essen und verbrachten eine Stunde im Internet-Café, bevor es auch schon wieder Zeit war, sich Richtung Bahnhof zu begeben. Waehrend 6 Stunden Zugfahrt tranken wir Chai, assen Samosa und genossen die vorueberfliegende Landschaft. In der Ferne sah man Kamele und verschiedene Vogelarten. Als der Zug in Rajkot hielt, brach das Chaos aus. So viele Menschen wollten mit viel und sperrigem Gepaeck alle gleichzeitig in den Zug. Sie kamen durch Tuer UND Fenster. Sie ueberrannten ich gegenseitig. Ich war froh, dass ich an meinem Platz sass. Ein Inder erklaerte uns, dass diese Leute nach Bihar fahren, was ganze 2 Tage dauert. Sie bleiben dort laengere Zeit und nehmen daher viel Gepaeck mit. Waehrend Francois schlief, las ich etwas fuer die Uni, blaetterte im Lonelyplanet und guckte mir meine Fotos auf der Kamera an. Gegen 24h erreichten wir schliesslich Ahmedabad. Als wir mit der Rikscha zurueck zur Uni ueber den Fluss Sabarmati fuhren, war es fast als wuerde ich ueber den Rhein fahren und es ueberkam mich ein schon fast heimisches Gefuehl. Denn am Campus fuehle ich mich mittlerweile recht wohl, auch wenn es nicht ist wie zu Hause. Fuer Francois hiess es nur kurz Sachen wechseln, da er eine Stunde spaeter mit einer anderen Gruppe Richtung Udaipur aufbrach. Ja,… leider war unser Plan mit dem Wildlife Sanctury geplatzt. Das stellte sich waehrend unseres Trips heraus. Echt schade,…die Zugtickets waren gebucht, ansonsten haetten wir noch laenger am Meer bleiben koennen oder haetten in Jamnagar die Korallenriffe besichtigt. Na ja,…vielleicht ein anderes Mal…

Freitag, 26. September 2008

Ausflug ans Meer



In den letzten Tagen habe ich versucht jemanden zu finden, der wie ich schon Dienstag nachmittag fuer den Rest der Woche frei hat. Ich schien die einzige mit diesem Glueck zu sein. Viele haben Kurse bis Donnerstag oder Freitag. Ein anderes Problem bzgl. Reiseplaene ist, dass ich vor dem Semester mit Annemarie schon einiges von Indien gesehen habe und natuerlich etwas Neues sehen moechte anstatt mit den Austauschstudenten dieselben Staedte zu besuchen. Ich hatte bereits angefangen, mich mit dem Gedanken auseinander zu setzen alleine zu reisen, da tat sich ein Lichtblick auf. Francois hatte auch ab Dienstag abend Zeit und Lust zu reisen. Also setzten wir uns zusammen, um zu planen. Wir hatten mehrere Optionen, die wir aber aus verschiedenen Gruenden wieder verworfen haben. Schliesslich einigten wir uns darauf von Mittwoch bis Freitag nach Dwarka und Jamnagar in den Westen zu reisen und dann am Samstag mit den anderen einen Tagesausflug zu einem Wildlife Sanctuary in der Naehe von Ahmedabad zu unternehmen. Die Zugtickets waren schnell im Internet gebucht. Mittwoch morgen in der Frueh ( 4.30h) ging es los. Mit der Rikscha ging es zum Bahnhof. Ungluecklicherweise konnte Francois unsere Buchungsbestaetigung nicht ausdrucken. Somit hatten wir keine Zugnummer und es war etwas schwieriger den richtigen Zug und damit den richtigen Bahnsteig zu finden. Hat aber letztendlich doch mal wieder alles irgendwie gepasst und dem Schaffner reichten unsere Reisepaesse. Den Rucksack als Kopfkissen habe ich erstmal ein bisschen geschlafen. Nicht gerade bequem, aber es reicht. Waehrend den 10 Stunden Fahrt habe ich dann noch was fuer die Uni gelesen und die Landschaft genossen. Ich war voller Vorfreude, da ich wusste, es geht ans Meer!!! In Dwarka ( die Stadt liegt an der aeussersten Westspitze der Halbinsel Kathiawar )angekommen liessen wir uns erst mal zum Hotel bringen. Das Zimmer war ok. Nach einem kleinen Snack und einer Tasse Chai, machten wir uns auf zum Leuchtturm von Dwarka. Der verantwortliche Waerter fuerte uns gegen eine Gebuehr die 225 Stufen empor, von wo aus man einen phantastischen Blick ueber das Meer und die Landschaft hatte.Es war wunderbar! Wir liessen uns die frische Meeresbrise um die Nase wehen und genossen den Ausblick. Anschliessend liessen wir uns zum Fischhafen fahren. Bis zum Meer mussten wir allerdings noch ein bisschen zu Fuss gehen – mitten durch ein kleines Fischerdorf fuer sich, was auf mich eher wie eine Art Slum wirkte. Da man hier Touristen anscheinend gar nicht kennt, wurden wir natuerlich angestarrt und intensiv beobachtet. Ich fuehlte mich ueberhaupt nicht wohl in dieser Situation. Wir gingen bis ans Meer, um uns die huebschen, bunten Fischerboote anzusehen und spazierten etwas den “Strand” entlang, an dem es aber oft dreckig war und man neben schoenen Muscheln auch tote Fische im Sand finden konnte. Danach machten wir uns schnell auf den Rueckweg. An einem Strand im Dorf beobachteten wir den Sonnenuntergang. Anschliessend schauten wir uns noch zwei Tempel im Centrum an. Beim Dwarkanath Tempel, der Krishna geweiht ist, war jede Menge los. Neben unseren Schuhen mussten wir auch Kamera und Handy abgeben. Ich bin jedes mal skeptisch, ob meine Schuhe nach dem Besuch auch noch da stehen wo ich sie abgestellt habe. Aber bisher habe ich sie immer wieder gefunden. Eine Art Fuehrer bot sich uns an. Ich war mal wieder skeptisch. Francois hielt es aber fuer eine gute Idee, wenn uns jemand etwas zum Tempel erzaehlt – fuer ein paar Rupien. Na gut…okay, sagte ich. Es war auch interessant, was er erzaehlte. Aber dann stellte sich heraus, dass wir fuer den Segen Krishnas fuer uns und unsere Familie ca. Rs.5000 pro Person (fast 90Euro) zahlen sollten! Ich hatte mal wieder Recht! Da war der Haken!! Wir zahlten natuerlich nicht so viel, sondern wesentlich weniger (Rs.50 pro Person), gaben als Anerkennung aber wenigstens etwas. Unserem “Guide” gaben wir dann auch noch ein paar Rupien, bevor wir uns zum Abendessen aufmachten. Es gab typisch indisches Essen – aber lecker und nicht zu scharf. Als Verdauungsspaziergang gingen wir erneut zum Leuchtturm und lauschten dem Rauschen des Meeres. Keine Sorge - so romantisch wie es klingt war es nicht. In der Nacht habe ich leider nicht so gut geschlafen. Es war einfach so verdammt warm…
Am naechsten Morgen hiess es frueh aufstehen, da wir eine 5-stuendige Sightseeing-Tour machen wollten. Nach kurzem Fruehstueck waren wir um 7.50h am Reisebuero. Gegen 8.00h kam dann auch der Bus. Francois und ich waren die einzigen Touristen – ob nur im Bus oder in der gesamten Stadt, bin ich mir nicht ganz sicher. Die Tour fuehrte uns zu verschiedenen Tempeln, die alle Krishna geweiht sind. Denn Dwarka soll die Hauptstadt Krishnas gewesen sein. Eine Dame, die Englisch sprach versuchte uns die Hintergruende der Religion zu erklaeren. Aber ehrlich gesagt, bin ich noch immer verwirrt und weiss nicht genau, in welchem Tempel man Krishna selbst oder dessen Bruder, seine Frau oder seine Soehne anbetet. Was auf der Tour interessant war, war eine Bootstour zur Insel Bet – natuerlich auch zu einem Krishna Tempel. Es war eine Art Kutter, der aber ca. 150 Leute aufnahm! Es war recht eng, doch fuer 3km in Ordnung. Ich sass neben einer alten indischen Frau, die uns ihren Pass zeigte auf dem stand, dass sie 81 Jahre alt war. Sie gab uns etwas in die Hand, dass wir als Opfer ins heilige Meer werfen sollten. Wir sprachen zwar nicht dieselbe Sprache, aber dennoch haben wir uns mit Haenden und Fuessen verstanden. Nach der Besichtigung des Tempels haben wir uns an einem Strassenstand einen leckeren Chai gegoennt. Nach ca. einer Stunde ging es dann auch wieder zurueck. Wieder festen Boden unter den Fuessen besuchten wir nach einer kurzen Strecke mit dem Bus dann Tempel Nummer vier. Schliesslich zurueck in der Stadt, gingen wir im selben Restaurant wie am Vorabend etwas essen. Anschliessend hiess es Rucksack packen, Hotelzimmer bezahlen und ab zum Bahnhof. Der Zug sollte um 15h eintreffen. Der Bahnhof war sehr klein – nur zwei Gleise. Es gab keine Ueberfuehrung zum Bahnsteig 2. Also liefen alle Fahrgaeste ueber die Gleise. Der Nachteil an Bahnsteig Nr.2 war, dass es nichts gab, was Schatten spendete…und die Sonne knallte regelrecht. Wir flohen unter einen Baum. Der Zug selbst war eigentlich recht puenktlich, wartete aber mit der Weiterfahrt eine ganze Stunde, so dass wir erst gegen 16h losfuhren. Auf der Fahrt machten wir ein wenig die Augen zu oder genossen die Landschaft. Wir meinen sogar ein paar Flamingos in der Ferne erspaeht zu haben…