Montag, 13. Oktober 2008

Wieder Zeit fuer eine Reise...3.Bundi





In Ajmer angekommen mussten wir gluecklicherweise nur kurz warten bis der Bus nach Bundi losfuhr. Fuenf Stunden Fahrt mit diesem oeffentlichen Bus auf extrem schlechten Strassen war recht anstrengend. Man konnte nicht schlafen, auch das Lesen im Lonely Planet war schwierig und der Bus war total laut – eben nicht mehr das neueste Modell. Am spaeten Nachmittag erreichten wir schliesslich Bundi. Im “Lake View Paying Guest House” liessen wir uns von einem netten alten Mann zunaechst die Zimmer zeigen. Aber ganz ueberzeugt waren wir nicht. Also guckten wir uns auch die Zimmer der Konkurrenz direkt nebenan an. Dann erschien uns das erste Gaestehaus doch die bessere Wahl zu sein. Unsere Maegen knurrten. Also bestellten wir erst mal etwas zu essen. Waehrend das Essen in einem kleinen Raum direkt neben der Terasse angerichtet wurde, genossen wir direkt an dem kleinen kuenstlichen See die letzten Sonnenstrahlen. Hier geht die Sonne mittlerweile naemlich schon gegen 18.30h unter. Nach dem Essen machten wir uns dennoch auf, um durch die Strassen der Stadt zu schlendern. Wir schauten uns die kleinen Laeden an bis wir ein Tor passierten. Hinter diesem Tor war die Strasse ploetzlich komplett dunkel. Es schien als waere mal wieder der Strom ausgefallen. Manche Laeden hatten ein Notstrom Aggregat, in anderen brannten Kerzen. So schlenderten wir eben im Dunkeln durch die Strassen. Irgendwann hoerten wir Musik, der wir folgten. Wie den Tag zuvor in Pushkar feierten die Einwohner hier noch das Ende des Nawrati-Festivals – und zwar mit Musikkapelle und einem bunten, hell erleuchteten Wagen (eine Art Wagen wie bei uns in den Karnevalszuegen). Zusaetzlich wurde die Parade von Kindern begleitet, die erleuchtete Neonroehren trugen (wie bei uns an St.Martin; nur sind es hier keine Pechfackeln, sondern Neonroehren). Dies koennte der Grund sein, dass die halbe Stadt im Dunkeln liegt!! Spaeter stellten wir fest, dass es nicht nur eine, sondern zwei verschiedene Paraden waren, die sich schliesslich unter Abfeuern von Feuerwerk und Abbrennen von Wunderkerzen an einem zentralen Platz trafen. Dort schauten wir uns noch ein wenig die Feierlichkeiten an, bevor wir uns auf den Weg zurueck zum Hotel machten. Dort gab es dann gegen 22h unser bestelltes Essen. Als Abendbeschaeftigung spielten wir, nachdem wir festgestellt hatten, dass “Stadt-Land-Fluss” gleichzeitig in verschiedenen Sprachen nicht moeglich ist, ein kreatives Wortspiel bei dem mein englisches Vokabular gefragt war. Es war wirklich lustig. Doch irgendwann ueberkam uns die Muedigkeit und wir gingen schlafen. Am naechsten Morgen fruehstueckten wir zeitig um 7.30h, um noch genuegend Zeit zu haben was von Bundi zu sehen bevor wir weiterreisen mussten. Also machten wir uns auf und besichtigten zuerst den Palast. Danach kletterten wir den Berg weiter hinauf und streiften durch die Ruinen einer ehemaligen Festung. Dort begegneten uns neben einer Gruppe Inder auch ein paar Affen. Zwischendurch hielten wir inne und genossen den wunderbaren Blick auf die Stadt und die umliegende Landschaft. Auf dem Rueckweg zum Hotel machten wir noch an ein paar Laeden halt. Der nette Mann in dem Klamottenladen lud uns sogar auf ein Glas Chai ein. Das Mittagessen war wieder lecker. Unabsichtlich hatte Max anstatt einen Lassi (=ind.Joghurtgetraenk) ein Thali (ind.gemischtes Essen) bestellt. Dies war natuerlich viel zu viel…wir liessen es zunaechst fuer die Reise einpacken, liessen es aber dann doch wegen der Unhandlichkeit zurueck.
Der Bus nach Kota war schon recht voll als wir am Busbahnhof ankamen. Da es auch diesmal wieder ein oeffentlicher Bus war, sassen viele Inder unterschiedlicher Klassen im Bus – u.a.auch eine junge Frau mit einem kleinen Kind auf dem Arm, dass wahrscheinlich gerade mal ein Jahr alt war. Sie bat uns die ganze Stunde Fahrt ueber um Geld, um Essen kaufen zu koennen. Da viel es schon verdammt schwer hart zu bleiben. Denn haette ich ihr etwas gegeben, haette ich manch anderem im Bus auch etwas geben muessen. In diesem Moment wuenschte ich, wir haetten das falsch bestellte Essen doch mitgenommen!!

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