Dienstag, 25. November 2008

Das Semester geht zu Ende...

Es ist wirklich unglaublich wie schnell die drei Monate hier am IIMA vorbeigegangen sind. Wir hatten eine tolle Zeit...manchmal war es stressig, wenn man Projekte bearbeiten und sich gleichzeitig auf mehrere Klausuren vorbereiten musste...und manchmal war es laessig und man hatte nicht wirklich viel zu tun. Wir Austauschstudenten haben uns immer super verstanden und neben den Reisen durch Indien immer wieder was zusammen unternommen...Kino - der neue James Bond, Bowling und Autoscooter, Wasser-Erlebnispark, Shopping, Essen gehen...es faellt uns denk ich allen schwer "Goodbye" zu sagen. Aber wir haben uns fest vorgenommen, uns naechstes Jahr irgendwo in Zentral-Europa wieder zu treffen...Ich faende es super, wenn das klappen wuerde...Um unseren Abschied vom Campus gebuehrend zu feiern, steigt am Donnerstag unsere letzte Party. Danach machen sich die meisten auf, um weiterhin durch Indien zu reisen...so auch ich...Freitag morgen geht es per Zug mal wieder in den Norden - nach Rishikesch.
Doch nicht nur unter den Austauschstudenten hat man Freunde gefunden...ich hoffe, dass man ueber "facebook" und E-Mail in Kontakt bleibt und vielleicht eines Tages einmal wiederkommt...dann vielleicht sogar zu einer indischen Hochzeit??!!
Ich kann sagen, es war eine schoene Zeit hier am Campus und eine Erfahrung...auch wenn ich das Essen in der Mensa mittlerweile wirklich nicht mehr sehen kann. Aber der Abschied vom Campus ist ja noch nicht der Abschied von Indien...da sich unter uns Austauschstudenten eine nette Reisegruppe gefunden hat, habe ich beschlossen Weihnachten und Silveser im Sueden von Indien zu verbringen!! Das macht man ja nicht jedes Jahr...und am 3.Januar 2009 gehts dann endgueltig heimwaerts...mal sehen, wie es sich anfuehlen wird nach fast 5 Monaten wieder deutschen Boden unter den Fuessen zu haben. Bis dahin werde ich weiterhin ueber die Erlebnisse auf meiner Reise berichten.
Viele Gruesse aus Indien - ins kalte Deutschland :-))

Montag, 27. Oktober 2008

Pelling/Sikkim



Die Jeeptour nach Pelling in Sikkim war holprig und es war unerwartet warm. Die Sonne schien. Kurz nach dem Grenzuebergang zu Sikkim, wo wir unsere Erlaubnis vorzeigen mussten und einen Stempel in unseren Reisepass bekamen, ergab sich die Gelegenheit zu fruehstuecken. Nach der Pause ging es weiter und gegen Mittag erreichten wir unser Ziel. Wir bezogen im Hotel unsere Zimmer und suchten uns anschliessend eine Gelegenheit zum Mittagessen. Danach organisierten wir uns im Hotel einen Jeep fuer eine Sightseeing-Tour. Wir besuchten zwei buddhistische Kloester, von denen man einen wunderschoenen Blick auf die Landschaft hatte und alte Ruinen. Am Abend assen wir alle zusammen leckere Momos und tranken das ein oder andere Bier. Am naechsten Morgen hiess es: auf zur Trekking-Tour! Wir hatten nur eine grobe Karte und keinen Fuehrer, aber ich vertraute da unseren Jungs. Wir alle hatten einen Teil unserer Sachen im Hotel gelassen, aber den Rest fuehrten wir in unseren Rucksaecken mit uns. Zuerst ging es steil bergab ins Tal mitten durch den Wald bis wir den Fluss erreichten. Ein wunderbares Fleckchen Erde!! Die Sonne schien und wir machten eine Rast – badeten unsere Fuesse im Wasser und assen unser mitgebrachtes Obst. Danach ueberquerten wir die Bruecke und es ging auf der anderen Seite steil bergauf, mitten ueber ein Geroellfeld. Nun hatten wir die Strasse erreicht, die wir entlang gehen mussten. Sie fuehrte durch eine Landschaft von Bananen-Baeumen, Blumen und Reisfeldern. Die Strasse schlengelte sich um den Berg herum. Daher war es sinnvoll, eine steile Abkuerzung bergauf zu nehmen – aber danach war ich fix und fertig, zumal wir so gut wie kein Wasser mehr hatten. Doch es half ja nichts…wir wanderten die Strasse weiter entlang, den Berg empor. Wir waren froh, als nach einer Kurve ein kleiner Laden auftauchte, an dem wir Wasser fuer alle kaufen konnten. Und es ging weiter…vorbei an kleinen Wasserfaellen. Das Gehen fiel mir mittlerweile echt schwer…ich machte mit Lotta eine Pause, waehrend die Jungs motiviert den Berg erklommen. Langsam gingen wir Maedels weiter, hatten aber nicht mehr viel Kraft…wir versuchten einen Jeep anzuhalten, der uns mitnehmen konnte…leider erfolglos. Auf unserem Weg trafen wir schliesslich auf Christophe, der mit dem Tempo der anderen ebenfalls nicht mithalten konnte. Zusammen schafften wir die letzten Meter und erreichten schliesslich das Trekker Guest House – unsere Bleibe fuer diese Nacht. Die anderen trudelten erst spaeter ein, da sie zuerst den heiligen See besucht hatten. Dies holten wir drei dann nach. Der See lag ruhig mitten im Wald, umgeben von buddhistischen Gebetsflaggen. Unser Gaestehaus war eine kleine Huette mit kleinen Zimmern. Es gab kein fliesend warmes Wasser. Wir orderten warmes Wasser in Eimern und einer nach dem anderen ging “duschen”. Zum Abendesen hatten die Jungs jede Menge verschiedene Sachen bestellt – besonders habe ich mich ueber einfache Pellkartoffeln gefreut! Dazu gab es ein spezielles Getraenk aus der Gegend – hergestellt aus Fruechten der Felder, mit Alkohol. Natuerlich gab es auch keine Heizung. So sassen wir in dicken Pullovern, Jacken und Muetzen um den Tisch. Bevor wir zwei Maedels ko von der Wanderung ins Bett fallen konnten, ueberprueften wir unser Zimmer auf groessere Insekten. Mit ein paar kleinen Motten lies es sich aber schlafen. Gut, dass sich diese riesige Spinne, die ich in der Nacht hinter dem Spiegel im Bad entdeckte, sich nicht in unser Zimmer verirrte. Am naechsten Morgen fruehstueckten wir im kleinen Garten mit Tee und traditionellem Brot aus Sikkim. Lotta hatte Probleme mit ihrem Fuss und auch mir taten alle Muskeln weh. Somit beschlossen wir, die Jungs alleine zu Fuss auf den Weg nach Yuksom zu schicken. Wir Maedels packten statt dessen alle Rucksaecke in den Jeep des Guest House Besitzers. Auf dem Weg nach Yuksom besichttigten wir ein paar schoene Wasserfaelle. Als wir gegen mittag die Jungs trafen, stellte es sich heraus, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Die Jungs hatten den Weg in einem Affenzahn zurueckgelegt und der Weg war noch steiler als der gestrige. Wir assen zusammen mittag, nachdem wir ca. eine Stunde aufs Essen warten mussten. Danach quetschten wir uns zu siebt inkl. Gepaeck in den Jeep fuer den Rueckweg nach Pelling – fuer 90 Minuten! Keine angenehme Fahrt. Zurueck in Pelling, organisierten die anderen ihre Weiterreise nach Nepal, als ich eine SMS erhielt, die mir mitteilte, dass mein Flug am Dienstag von Delhi nach Ahmedabad seitens der Airline gestrichen worden ist. Panik stieg in mir auf...wie sollte ich denn nun zurueckkommen?? Gemaess dem Rat von Christophe, ging ich sofort zum Internetcafe und buchte online einen anderen Flug von Delhi nach Ahmedabad - Mastercard sei Dank! Und dann endlich war auch mir eine Dusche gegoennt..leider gab es nicht wirklich warmes Wasser. Zudem fiel dann auch noch der Strom aus...und man konnte Giovannis italienische Flueche im ganzen Hotel hoeren. Wir verbrachten einen letzten netten gemeinsamen Abend zusammen, bevor die anderen in der Nacht in Richtung Nepal aufbrachen. Es war ein komisches Gefuehl am naechsten Morgen alleine zum Fruehstueck zu gehen. Zudem regnete es auch noch den ganzen Tag ueber und es war kalt. Somit verbrachte ich meine Zeit damit mein neues Buch zu lesen und im Internetcafe diesen Blog zu schreiben. Dienstag morgen war es dann auch fuer mich Zeit abzureisen. Ich war puenktlich um 7.00h startklar fuer die Abfahrt. Meine indischen Mitinsassen liessen sich dagegen etwas mehr Zeit, so dass sich der Jeep um 8.00h endlich in Richtung Shiliguri in Bewegung setzte. Der indische Junge neben mir vertrug leider die Serpentinen nicht und musste sich aus dem Fenster direkt neben mir uebergeben. Spaeter tauschten wir zur Sicherheit die Plaetze. Nach vier Stunden holpriger Jeepfahrt, ging es mit der Rikscha weiterhin holprig zum Flughafen von Bagdogra. Der Flug war puenktlich. In Delhi musste ich nochmals drei Stunden auf meinen Anschlussflug warten. Ich traf jedoch einen netten Inder, der auf der Reise zu seiner zukuenftigen Frau war, um sie zu fragen, ob sie ihn heiraten moechte. Er war sichtlich nervoes. Da es eine von den Eltern geplante Hochzeit war, hatte er seine Zukuenftige bisher nur auf Fotos gesehen. Fuer uns Europaeer schwer vorstellbar...Als auch er weg war,sass ich alleine in der Flughafenhalle...und dabei war doch "Diwali"-ein Lichterfest in Indien, mit dem hier ein religioeses Ereignis gefeiert und ein neues Jahr eingeleutet wird...also fast wie bei uns Silvester. Das Feuerwerk ueber der ganzen Stadt konnte ich vom Flieger aus gut beobachten. Zurueck am Campus waren ueberall Lichter aufgestellt und die Wohnheime mit Blumen und bunten Bildern aus Sand dekoriert. Ich jedoch brauchte dringend eine Dusche und etwas Schlaf.

Darjeeling



Der Check-In am Flughafen von Ahmedabad verlief reibungslos und wir (Lotta, Christophe und ich) mussten nicht lange warten, bis es hiess “Boarding Time”. Wir flogen von Ahmedabad nach Delhi per Indian Airlines und hatten somit das Glueck Fruehstueck zu bekommen. Leider hatte der Flug Verspaetung und wir mussten uns in Delhi verdammt beeilen, um unseren Anschlussflug nach Bagdogra zu bekommen. Ungeduldig warteten wir am Gepaeckband und rasten schliesslich los. Christophe hatte nicht wirklich die Kontrolle ueber unseren Koffertrolli. Das Flugzeug sollte um 11.20h abheben, um 11.00h waren wir am Check-In Schalter von Spice Jet. Wir beeilten uns und sassen schliesslich zusammen mit unserem Gepaeck im Flughafen-Bus. Die Sitze waren nicht gerade bequem und Essen und Trinken musste man extra bezahlen – Billig Airline eben. Am Nachmittag landeten wir bei 32 Grad in Bagdogra. Dann hiess es einen Jeep nach Darjeeling organisieren. Wir fragten einen indischen Jungen, der aus Darjeeling stammt und der bei uns im Flieger sass, nach Informationen. Er bot uns an, mit ihm zusammen nach Darjeeling zu fahren. Es war ein Glueck, da er mit den Jeep-Fahrern verhandelte. Die Fahrt nach Darjeeling war aufregend – schlechte Strassen, ca.vier Stunden Fahrt, immer wieder sprangen indische Passagiere auf den Jeep und liessen sich ein Stueck mitnehmen und eine wunderbare Landschaft. Es ging weiter und weiter den Berg hinauf – bis auf ca. 2000 Meter. Mit der Zeit wurde es dunkel. Gegen 19.30h erreichten wir endlich Darjeeling. Sed, der indische Junge, empfahl uns ein gutes Hotel, da unser gebuchtes zu weit ausserhalb der Stadt lag. Das Zimmer war sauber, hatte warmes Wasser und einen Balkon, von dem man einen atemberaubenden Blick auf den Kanchenjunga(8598m), den dritt-hoechsten Berg der Welt, hatte. Wir machten uns direkt zum Abendessen auf, da wir lediglich gefruehstueckt hatten. Wir mussten uns aber mal wieder beeilen, da alle Restaurants in Darjeeling gegen 21h schliessen. Danach ist die Stadt wie ausgestorben. Auf dem Rueckweg zum Hotel begegneten wir keiner Menschenseele. Am naechsten Morgen machten wir uns noch vor dem Fruehstueck auf zum Bahnhof, um fuer uns und die fuenf anderen Austauschstudenten, die am Abend eintreffen sollten, Tickets fuer eine Fahrt mit dem “Toytrain” zu buchen. Wir gingen durch die Strassen und fruehstueckten schliesslich in einem winzigen, ein bisschen schaebigen Lokal, das nichts anderes anbot ausser Momos. Momos ist eine indische Spezialitaet hier in den Bergen - eine Art Maultasche gefuellt mit Huhn, Lamm, Gemuese oder Kaese. Es war wirklich goettlich! Anschliessend kuemmerten wir uns um unsere Erlaubnis, nach Sikkim einzureisen. Das war unser Plan fuer die nachsten Tage. Nach einem Hin und Her zwischen zwei zustaendigen Stellen, hielten wir schliesslich unsere Sikkim-Erlaubnis in den Haenden. Damit war der Morgen schon mal vorbei. Wir assen zu mittag und starteten gegen 14h mit einer Sightseeing-Tour. Unser Fahrer fuehrte uns zum Zoo, in dem wir Baeren, Tiger, Leoparden und diverse andere Tiere sahen. Danach liessen wir uns zum "Tea Estate" bringen – in welcher der beruehmte Darjeeling Tee hergestellt wird. Wir bekamen eine kleine Fuehrung und ich erfuhr, dass ein Grossteil des Tees nach Deutschland exportiert wird. Anschliessend schlenderten wir die Teefelder entlang und machten ein paar gute Fotos – mit Arbeitern von den Teefeldern und von uns, mitten im Teefeld bei Sonnenuntergang. In Darjeeling geht zur Zeit die Sonne bereits gegen 17h unter und danach wird es empfindlich kalt da oben in den Bergen. Als letztes liessen wir uns zum "Observatory Hill" bringen, den man entlangschlendern konnte und eine wunderbare Sicht ueber das Tal hatte. Schliesslich landeten wir unerwartet inmitten von Geschaeften. Nach einer Tasse Tee, besuchten wir das ein oder andere Geschaft und verschiedene Staende. Nachdem die Nacht hier verdammt kalt war, kauften wir uns alle drei dieselbe Art Wollsocken und eine Muetze. Tagsueber, wenn die Sonne da ist, ist es angenehme 25 Grad. Aber sobald die Sonne untergeht, sind es nur noch um die 12 Grad. Zum Abendessen trafen wir dann die anderen fuenf Austauschstudenten – drei Maedels aus Frankreich und zwei Jungs aus Italien. Wir waren frueh im Bett, denn fuer den naechsten Morgen hatten wir einen Jeep gebucht, der uns um 4.00h!!!! zum sog. "Tiger Hill" brachte, um den Sonnenaufgang zu beobachten. So stiegen wir alle acht verschlafen und mit Decken bewaffnet in den Jeep. Weiter oben in den Bergen war es um diese Zeit verdammt kalt und es wehte ein kalter Wind. So wachteten wir in die Decken gehuellt und eng aneinander gekuschelt, bis sich die Sonne zwischen den Bergen des Himalaya blicken liess. Es hatte sich gelohnt!!! Der Anblick war atemberaubend!! Man konnte nicht nur den Sonnenaufgang geniessen, sondern dank des klaren Wetters auch die Spitze des Mount Everest in der Ferne erkennen! Die Jungs gingen ein Stueck des Rueckwegs zu Fuss. Wir Maedels dagegen legten uns im Hotel noch mal ins Bett. Den Morgen verbrachte jeder irgendwo anders. Die einen gingen einkaufen, die anderen fruehstueckten und der Rest versuchte sich die Sikkim-Einreiseerlaubnis zu organisieren. Gegen 13h trafen wir uns alle zur Fahrt mit dem “Toytrain”. Diese winzige Art von Zug fuehrte uns durch die Landschaft Darjeelings. Wir hatten alle viel Spass! Anschliessend trennte sich die Gruppe. Die einen besuchten die Teefelder und ich ging mit Lotta zurueck zum Hotel. Sie machte Yoga, waehrend ich, in eine Decke gehuellt und mit Musik auf den Ohren, auf unserem Balkon den Sonnenuntergang genoss. Zum Abendessen trafen wir uns alle wieder, bevor sich die Gruppe am naechsten Morgen fuer den Rest der Reise trennen sollte. Die einen wollten direkt von Darjeeling nach Nepal, die eine wollte zuerst nach Kalkutta dann nach Mumbai und wir fuenf (Valerio, Giovanni, Lotta, Christophe und ich) machten uns am naechsten Morgen per Jeep auf nach Sikkim.

Montag, 13. Oktober 2008

Zur Information

Diese Woche habe ich an der Uni Midterm-Klausuren und bin daher schwer mit meinem Lernstoff beschaeftigt. Die naechste Reise geht am 21.Oktober fuer eine Woche nach Darjeeling...genau, da wo der Tee herkommt und man einen wunderbaren Blick auf die gigantischen Berge des Himalaya haben soll!!
Es kann also sein, dass ihr hier erst wieder in ein paar Wochen wieder etwas von mir hoert.
Aber ich hoffe, euch gefallen die Fotos, die ich heute endlich mal hochladen konnte!!
Viele liebe Gruesse nach Deutschland!!

Wieder Zeit fuer eine Reise...4.Kota


In Kota selbst blieb uns nicht viel Zeit, da unser Zug um 18.05h abfahren sollte. Wir suchten einen netten Park auf, in dem wir uns faul ins Gras fallen liessen.Dort beobachteten wir die Affen um uns herum und lauschten der indischen Musik aus den Lautsprechern, die wie Lampen die Wege im Park saeumten. Leider zu kurz – wir mussten uns schon wieder aufmachen Richtung Bahnhof. Dort stellten wir dann fest, dass unser Zug ganze zwei Stunden Verspaetung hatte!! Also setzten wir uns in einen Aufenthaltsraum und assen mein “Not-Futter” = Nuesse, Rosinen und getrocknete Feigen. Da drei von uns vieren am naechsten Tag einen Test im selben Kurs schreiben mussten, kramten wir unsere Lernsachen hervor und bereiteten uns auf den Test vor. Somit haben wir die Wartezeit sinnvoll genutzt. Gegen 20h lief der Zug dann endlich ein. Sarah und ich hatten die guenstigere, nicht klimatisierte Sleeper Class gebucht und die Jungs die komfortablere, klimatisierte Klasse. Sie waren wirklich reizend…warteten bis wir in unseren Wagon eingestiegen waren und erkundigten sich per SMS, ob bei uns Maedels alles in Ordnung sei. Wir haben noch Fotos geguckt und haben uns dann hingelegt zum schlafen. Und das haben wir dann auch gemacht, bis wir nach ca. 10 Stunden in Ahmedabad ankamen. Eine wirklich entspannte Zugfahrt!

Wieder Zeit fuer eine Reise...3.Bundi





In Ajmer angekommen mussten wir gluecklicherweise nur kurz warten bis der Bus nach Bundi losfuhr. Fuenf Stunden Fahrt mit diesem oeffentlichen Bus auf extrem schlechten Strassen war recht anstrengend. Man konnte nicht schlafen, auch das Lesen im Lonely Planet war schwierig und der Bus war total laut – eben nicht mehr das neueste Modell. Am spaeten Nachmittag erreichten wir schliesslich Bundi. Im “Lake View Paying Guest House” liessen wir uns von einem netten alten Mann zunaechst die Zimmer zeigen. Aber ganz ueberzeugt waren wir nicht. Also guckten wir uns auch die Zimmer der Konkurrenz direkt nebenan an. Dann erschien uns das erste Gaestehaus doch die bessere Wahl zu sein. Unsere Maegen knurrten. Also bestellten wir erst mal etwas zu essen. Waehrend das Essen in einem kleinen Raum direkt neben der Terasse angerichtet wurde, genossen wir direkt an dem kleinen kuenstlichen See die letzten Sonnenstrahlen. Hier geht die Sonne mittlerweile naemlich schon gegen 18.30h unter. Nach dem Essen machten wir uns dennoch auf, um durch die Strassen der Stadt zu schlendern. Wir schauten uns die kleinen Laeden an bis wir ein Tor passierten. Hinter diesem Tor war die Strasse ploetzlich komplett dunkel. Es schien als waere mal wieder der Strom ausgefallen. Manche Laeden hatten ein Notstrom Aggregat, in anderen brannten Kerzen. So schlenderten wir eben im Dunkeln durch die Strassen. Irgendwann hoerten wir Musik, der wir folgten. Wie den Tag zuvor in Pushkar feierten die Einwohner hier noch das Ende des Nawrati-Festivals – und zwar mit Musikkapelle und einem bunten, hell erleuchteten Wagen (eine Art Wagen wie bei uns in den Karnevalszuegen). Zusaetzlich wurde die Parade von Kindern begleitet, die erleuchtete Neonroehren trugen (wie bei uns an St.Martin; nur sind es hier keine Pechfackeln, sondern Neonroehren). Dies koennte der Grund sein, dass die halbe Stadt im Dunkeln liegt!! Spaeter stellten wir fest, dass es nicht nur eine, sondern zwei verschiedene Paraden waren, die sich schliesslich unter Abfeuern von Feuerwerk und Abbrennen von Wunderkerzen an einem zentralen Platz trafen. Dort schauten wir uns noch ein wenig die Feierlichkeiten an, bevor wir uns auf den Weg zurueck zum Hotel machten. Dort gab es dann gegen 22h unser bestelltes Essen. Als Abendbeschaeftigung spielten wir, nachdem wir festgestellt hatten, dass “Stadt-Land-Fluss” gleichzeitig in verschiedenen Sprachen nicht moeglich ist, ein kreatives Wortspiel bei dem mein englisches Vokabular gefragt war. Es war wirklich lustig. Doch irgendwann ueberkam uns die Muedigkeit und wir gingen schlafen. Am naechsten Morgen fruehstueckten wir zeitig um 7.30h, um noch genuegend Zeit zu haben was von Bundi zu sehen bevor wir weiterreisen mussten. Also machten wir uns auf und besichtigten zuerst den Palast. Danach kletterten wir den Berg weiter hinauf und streiften durch die Ruinen einer ehemaligen Festung. Dort begegneten uns neben einer Gruppe Inder auch ein paar Affen. Zwischendurch hielten wir inne und genossen den wunderbaren Blick auf die Stadt und die umliegende Landschaft. Auf dem Rueckweg zum Hotel machten wir noch an ein paar Laeden halt. Der nette Mann in dem Klamottenladen lud uns sogar auf ein Glas Chai ein. Das Mittagessen war wieder lecker. Unabsichtlich hatte Max anstatt einen Lassi (=ind.Joghurtgetraenk) ein Thali (ind.gemischtes Essen) bestellt. Dies war natuerlich viel zu viel…wir liessen es zunaechst fuer die Reise einpacken, liessen es aber dann doch wegen der Unhandlichkeit zurueck.
Der Bus nach Kota war schon recht voll als wir am Busbahnhof ankamen. Da es auch diesmal wieder ein oeffentlicher Bus war, sassen viele Inder unterschiedlicher Klassen im Bus – u.a.auch eine junge Frau mit einem kleinen Kind auf dem Arm, dass wahrscheinlich gerade mal ein Jahr alt war. Sie bat uns die ganze Stunde Fahrt ueber um Geld, um Essen kaufen zu koennen. Da viel es schon verdammt schwer hart zu bleiben. Denn haette ich ihr etwas gegeben, haette ich manch anderem im Bus auch etwas geben muessen. In diesem Moment wuenschte ich, wir haetten das falsch bestellte Essen doch mitgenommen!!

Sonntag, 12. Oktober 2008

Wieder Zeit fuer eine Reise...2.Pushkar



Pushkar ist nur eine halbe Stunde von Ajmer entfernt – es liegt direkt hinter dem sog.Schlangenberg. Autorikschas gibt es hier nicht. Die Stadt ist so klein (14.789 Einwohner), dass man per Pferderikscha oder zu Fuss ueberall schnell hinkommt. Aber anstatt auf einem Holzkarren zum Hotel geschoben zu werden, bevorzugten wir dann doch den Fussmarsch. Nach dem Check-In und einer Tasse Chai, machten wir uns auf, die Stadt – eine hinduistische Pilgerstaette - zu erkunden. Im November findet ausserhalb der Stadt ein grosser Kamelmarkt statt. An dem kleinen See liegen eine Reihe von heiligen Ghats, an denen die Pilger Opfer darbringen und ein Bad im heiligen Wasser nehmen. Ausserdem gibt es hier viele Affen, die frei herumlaufen. Wir schlenderten die Strasse mit den vielen bunten Geschaeften und Staenden entlang und erwarben das ein oder andere Teil, ob fuer einen selbst oder aber als Mitbringsel. Zu Mittag assen wir im Rainbow Restaurant mit Blick auf den See. Auch wenn das Essen auf sich warten liess, hat es sehr gut geschmeckt – besonders der Mango Lassi. Anschliessend schauten wir uns den Brahma-Tempel an. Auf dem Rueckweg konnten wir eine traditionelle Parade mit verkleideten Kindern und Erwachsenen auf Pferd, Kamel UND Elefant beobachten. Sie feierten das Ende vom Nawrati-Festival mit viel Musik und einer theaterlichen Darbietung der dazugehoerenden Geschichte. Die kleine Strasse war ueber und ueber mit Menschen gefuellt. Und trotzdem draengten sich welche mit ihren Motorraedern durch die Masse. Irgendwann kehrten wir zurueck zum Hotel – aber nur um unsere Einkaeufe abzulegen. Dann ging es direkt weiter…wir wollten den Huegel emporklimmen, um einen wunderbaren Sonnenuntergang ueber der Stadt zu erleben. Es hat einige Zeit gedauert, aber schliesslich haben wir die Stufen und den Weg entdeckt, der den Huegel hinauf fuehrte. Ganz schoen anstrengend! Doch es hat sich gelohnt. Von hier aus hatten wir einen Blick ueber die komplette umliegende Landschaft und Pushkar selbst. Wir genossen den Sonnenuntergang und auch das Feuerwerk, welches aufgrund des Festivals abgefeuert wurde. Mittlerweile war es dunkel und die Beleuchtung an dem Weg hinab fiel ab und zu aus. Aber Sarah hatte eine Art Minitaschenlampe an ihrem Handy und beleuchtete somit zusaetzlich ein wenig den Weg. Wir kamen alle heil, aber durstig wieder am Ende des Huegels an. Nach erneutem kurzen Zwischenstopp im Hotel ging es dann zum Abendessen ins Moon Dance – bekannt fuer Pasta und Pizza und deutsche Backwaren. Leider mussten wir ueber eine Stunde auf unser Essen warten und waren schon drauf und dran zu gehen. Geschmeckt hat es dennoch und wir haben die Pizza gegenseitig probiert. Im Hotel haben wir den Abend bei einem Flaeschchen Bier ausklingen lassen, wobei wir Joy zu spaeterer Stunde zum Geburtstag gratulieren konnten. Nach einer relativ kurzen Nacht und einem leckeren Nutella-Crepe zum Fruehstueck, ging es zeitig mit dem oeffentlichen Bus zurueck nach Ajmer, von wo aus wir dann den Bus nach Bundi nehmen wollten.