Dienstag, 16. September 2008

Erster Ausflug im Semester - Mount Abu



Mittwoch Abend ging ich zeitig ins Bett, denn der Wecker stand auf 3.30h. Eine grosse Truppe von 12 Austauschstudenten machte sich an dem Abend auf Richtung Jaisalmer. Aber da war ich ja schon vor dem Semesterstart zusammen mit Annemarie. Nach kurzer “Wach-Werden-Dusche” packte ich die letzten Sachen in den Rucksack, der nun natuerlich viiieeellll leichter war als bei meiner Reise zuvor. Julia und Lotta, die zwei Schwedinnen, traf ich bereits auf dem Flur meines Wohnheims. Christopher, der einzige Junge in unserer Reisetruppe, Student aus Paris, trafen wir dann am Hauptausgang des Campus. Eigentlich hatten wir fuer diese fruehe Morgenstunde zwei Rikschas vorreserviert. Es stand aber lediglich eine vor den Toren des Campus, was anscheinend auch noch Glueckssache war. Der Fahrer organisierte uns auf die Schnelle eine zweite Rikscha und los ging’s. Aber wohin genau?? Wir wussten nur von anderen Studenten, die letztes Wochenende nach Mount Abu gereist sind, dass wir zum Busbahnhof in der Naehe des Bahnhofs (Zug) mussten. Dies jemandem zu erklaeren, der nicht wirklich gut Englisch versteht, ist schwierig. Letztendlich sind wir aber – wie immer – da angekommen wo wir hin wollten. Dann das naechste Problem, wenn man einen oeffentlichen Bus nimmt – auch wie immer: welches ist der richtige Bus?? Man fragt jemanden und bekommt die Antwort: “ Der rote Bus dort, in 30 Minuten”. Fragt man jemand anderes, heisst es: “Der Bus nach Mt.Abu ist bereits weg” oder etwas anderes Gegensaetzliches. Zusaetzlich hat man versucht, uns die Fahrt mit einem Deluxe-Bus zu verkaufen, der dann aber erst zwei Stunden spaeter losgefahren waere. Nach den ganzen Unklarheiten, sassen wir schliesslich in einem Bus, von dem wir vermuteten! bzw.nicht ganz sicher wussten, dass er der richtige ist. Die Fahrt war in den schmalen, nicht komfortablen Sitzen anstrengend. Spaeter wurde es durch die Sonne recht warm und bei jedem Halt stiegen mehr indische Reisende ein und man musste zusammenruecken. Nach 5 Stunden Fahrt sind wir dann an der Abu Road angekommen und mussten in einen anderen Bus umsteigen, der uns in die Berge bringen sollte. Tickets waren schnell gekauft und der richtige Bus ausnahmsweise auch schnell gefunden. Nach 10 Minuten fuhr der Bus auch los. Aber wohin?? Auf einen Wendeplatz. Dort stiegen auf einmal alle Reisenden aus. Es hiess, wir muessten den Bus wechseln. Also wieder raus und ab in den “neuen” Bus, der noch aelter und schaebiger war als der erste. Wir fragten uns ernsthaft, wie dieser Bus den Berg hochkommen wollte. Er ratterte und knatterte, aber…er schaffte es! Die Landschaft war sehr schoen – etwas anderes als die ueberfuellte Stadt. Nach einer zusaetzlichen Stunde endlich angekommen, liessen wir uns direkt zum Hotel bringen. Die Zimmer waren einfach, was ok war. Was nicht ok war, war das Bad. Die Dusche schien, wenn man sie benutzen wollte das gesamte Bad unter Wasser zu setzten und es gab nur eine indische Toilette zum Hocken, bei der es nichts zum Abziehen gab. Dafuer hatte man einen wunderschoenen Blick auf die Landschaft, wenn man aus dem Zimmer trat. Also sagten wir uns: es ist ja nur fuer eine Nacht und checkten ein. Die beiden Maedels ein Zimmer und Christopher und ich ein Zimmer. Dann gingen wir erst mal Durst und Hunger stillen – im Arbuda Restaurant. Anschliessend besichtigten wir die beruehmten Dilwara-Tempel. Diese gehoeren zu den architektonisch schoensten Tempeln Indiens. Sehr detaillierte Figuren waren in Marmor gemeisselt. Unglaublich! Leider durften wir nicht fotografieren. Danach wollten wir das Mt.Abu Wildlife Sanctuary besuchen. Ein grosser Tierpark, der u.a. Panther und Baeren beherbergt. Leider machte er in einer halben Stunde zu, so dass sich ein Besuch nicht mehr lohnte. Echt schade! Zu unserem Pech fing es auch noch an zu regnen. Mir ging es an dem Tag leider nicht so gut. Ich hatte Bauchschmerzen. So entschied ich mich im Hotel zu bleiben und mich etwas auszuruhen. Die anderen fuhren zu einem schoenen Aussichtspunkt und machten eine Tretbootfahrt auf dem Nakki-See. Echt schade, dass ich nicht dabei war! Zum Abendessen holten mich die anderen dann wieder ab. In einem kleinen indischen Strassenrestaurant habe ich dann vorsichtshalber nur ein Tomaten-Sandwich gegessen und ne Cola getrunken. Am naechsten Morgen beim Fruehstueck ging es mir schon besser. Das Busticket hatten wir am Tag zuvor im Hotel gekauft. Aber es war leider unklar, wo der Deluxe-Reisebus losfahren sollte. Also irrten wir um 8.25h, bei geplanter Abfahrt 8.30h, noch suchend durch die Strassen. Aber ich dachte mir: der Bus faehrt so oder so nicht vor 9.00h los. Schliesslich gefunden, machten wir es uns so gut wie es ging fuer die naechsten 5 Stunden bequem. Christopher schlief neben mir direkt ein. Nach ein paar Stops, bei denen man die Gelegenheit nutzte die Toilette zu besuchen oder etwas zu essen oder zu Trinken zu kaufen, erreichten wir zeitig Udaipur.

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