Mittwoch, 20. August 2008

Amritsar - der goldene Tempel


Morgens um 6.15h machten wir uns zu Fuss auf zum Busbahnhof. Das Dorf war absolut leer gefegt. Schon ein bisschen unheimlich... Wegen eines lautstark bellenden Hundes haben wir dann auch einen Umweg auf uns genommen. Nachdem wir festgestellt hatten, welcher Bus der richtige ist, ging es darum sich Sitzplaetze zu sichern. Die Rucksaecke mussten an den Fuessen verstaut werden. Es war alles sehr eng. Immer wieder auf der Fahrt stiegen Leute aus und ein. Der Bus war zeitweise so brechend voll, dass keine Maus noch Platz gefunden haette. Wir sassen direkt neben Indern, die sich z.T.auch mit uns unterhalten haben. Sie wollen wissen, wo man her kommt. Viele sagen: Oh, Germany...nice country. Und sie lachen, auch wenn sie nicht verstehen was wir sagen. Ich fand die Fahrt eine absolute, hautnahe Erfahrung mit Indien - auch wenn unser Steissbein von den Busfahrt bestimmt geprellt ist.
In Amritsar mussten wir uns erst wieder neu orientieren und die ganzen Rikschafahrer abwimmeln. Zudem war es im Gegensatz zum Gebirge total heiss. Damit musste unser Kreislauf erst mal klar kommen. Die meiste Zeit haben wir uns am goldenen Tempel aufgehalten, der einen riesigen Komplex umfasst. Der goldene Tempel ist von einem Teich umgeben, in dem die Glaeubigen baden. Das Gold des Tempels schimmert so wunderschoen! Wir haben uns natuerlich auch das Innere des Tempels angesehen. Dort wird seit 300 Jahren durchgehend aus dem heiligen Buch vorgelesen, was auch ueber Lautsprecher uebertragen wird. Dieses Buch wird abends um 22.30h zu seiner Ruhestaette gebracht und morgens um 4.30h wieder hervorgeholt. Da unser Flieger nach Delhi erst um 4.00h morgens ging, haben wir uns diese Zeremonie angeschaut.
Nirgendwo sonst wie hier in Amritsar wurden wir so von den Indern angestarrt. Aber sie meinen es nicht boese. Wir sind fuer sie eben genauso anders wie sie fuer uns. Viele haben uns angesprochen und wollten Fotos mit uns machen. Am Nachmittag haben wir uns in einen Park gelegt. Viele guckten neugierig. Schliesslich hat sich ein Junge in unserem Alter getraut uns anzusprechen und sich mit uns zu unterhalten. Es dauerte keine 2 Minuten bis eine Traube von Menschen um uns herum stand und neugierig zuhoerte, was wir erzaehlten. Dies war wieder eine neue Erfahrung fuer uns. Man steht hier als Europaeer einfach oftmals im Mittelpunkt.
Am Abend machten wir uns dann auf zum Flughafen, um in der Wartehalle ein wenig die Augen zu zu machen. Der Check-In bei Air India war kompliziert und aufwendig...und das bei unserem Schlafmangel!! Schliesslich hoben wir um 4.00h ab, um 55 Minuten spaeter in Delhi zu landen.

Dharamsala - der Exilsitz des Dalai Lama



Es ging mal wieder 10 Stunden per Bus nach Dharamsala. Und die letzte Busfahrt war schon holprig und der Bus trotz " deluxe" nicht der tollste. Aber frei nach dem Motto: schlimmer geht immer - war diese Busfahrt. Es ging abends gegen 20h los. Annemarie sass am Fenster. Dort war die Seite komlett nass. Ueberhaupt war der Innenraum des Busses irgendwie feucht und muffig. Bei mir liess sich der Sitz nur in Rueckenlage stellen. Um mich schon im Voraus bei meinem Hintermann - auch Europaeer - dafuer zu entschuldigen, sagte dieser nur: Oh, it is okay. That's India! Bisher haben wir auf unserer Reise auch schon einige Deutsche getroffen. Uns Europaeer erkennt man schnell, alleine an der Hautfarbe.
Nach einer absolut holprigen Fahrt ueber enge, schmale, unebene Serpentinen-Strassen, sind wir schliesslich morgens gegen 6.00h angekommen...aber nicht etwa in Dharamsala. Der Busfahrer hat uns unangekuendigt mal eben im Nachbarort Mc Leod Ganj abgesetzt. Mehrere von uns haben sich beschwert, da wir nun mal als Endziel Dharamsala gebucht hatten. Der Busfahrer hat nur zornig vor sich hin gemurmelt und schliesslich auch noch behauptet, der Ort waere Dharamsala, um uns los zu werden. Tja, das war nun mal nicht mehr zu aendern. Wie immer an den Reisezielen hier in Indien, stehen Taxifahrer in Scharen bereit und bieten ihre Dienste an. Einer lauter als der andere, um sich die Fahrt zu sichern. Die Preise sind dann oft ueberteuert. Man ist nach so einer Fahrt aber einfach nur froh, wenn man endlich im Hotel ankommt. Also haben wir uns ein Taxi genommen, dass uns zu unserem Hotel gebracht hat. Dort musste der Bedienstete erst mal von dem Wachmann des Hotels geweckt werden, der in der Rezeption schlief. Das Zimmer war in Ordnung, bis darauf dass es streng roch. Spaeter haben wir festgestellt, dass die Angestellten des Hotels wahrscheinlich in der Naehe unseres Fensters ihr Geschaeft verrichten. Zudem waren wir wahrscheinlich die einzigen Gaeste.
Am naechsten Tag erkundeten wir die Gegend. Es gabe nette schmale Strassen mit vielen Strassenbuden, die verschiedene Souvenirs anboten. Natuerlich haben wir uns die Residenz des Dalai Lama mit dem dazugehoerigen Tempel und dem Museum ueber die Geschichte und das Leid der Tibeter angeguckt. Das Gelaende war recht weitlaeufig.
Ausserdem haben wir unsere Weiterreise nach Amritsar geplant. Schnell stellten wir fest, dass es nur einen oeffentlichen "local" Bus gab und keinen "deluxe" Bus. Nach unseren Erfahrungen waren wir natuerlich skeptisch. Da sich aber nichts anderes finden liess, fanden wir uns mit dem Gedanken ab. Mal wieder eine neue Erfahrung.

Freitag, 15. August 2008

Das Bergdorf Manali


Die Busfahrt nach Manali war sehr holprig. Die Strassen waren eng und uneben. Dies habe ich spaetestens dann gemerkt als mein Hinterteil bei einem Hubbel vollstaendig vom Sitz abhob! Irgendwann hatte man sich an den Fahrstil gewoehnt. 40km vor dem Ziel hat unser Bus leider den Geist aufgegeben und wir mussten eine geschlagene Stunde auf den Ersatzbus warten. Dadurch war es bereits dunkel als wir in Manali ankamen. Gott sei Dank hatten wir im Voraus ein Zimmer reserviert, so dass wir uns direkt eine Autorikscha anheuerten, die uns zum Hotel brachte. Das Zimmer schien auf den ersten Blick ganz nett. Beim zweiten stellten wir fest, dass die Toilettenspuelung nicht funktionierte und wir nicht alleine in dem Zimmer waren...wir hatten Besuch von diversen Insekten, die dann leider ihr Leben lassen mussten. Die Toilettenspuelung wurde dann heute morgen repariert. Tagsueber sind wir durch die Strassen von Manali geschlendert und haben uns Tempel angeschaut, wobei uns an der ein oder anderen Ecke der Duft von Gras in die Nase stieg. Dafuer ist dieses Dorf beruechtigt. Aber keine Sorge...dennoch fuehlt man sich gelegentlich in die Hippizeit zurueckversetzt.
Ausserdem haben wir zwei Maedels uns heute eine Bluse gekauft, die individuell zugeschnitten wurde. Eben alles echte Handarbeit hier! Obwohl die Naehmaschine aussieht wie die von meiner Oma.
Unser Glueckserlebnis heute war das Abholen unserer sauberen und trockenen Waesche!!! Denn aufgrund der Feuchtigkeit, trocknet hier so einfach nichts.
Morgen abend geht es weiter auf unserem Weg des Abenteuers. Wir fahren mal wieder 10 Stunden Bus bis nach Dharamsala.
Uns beiden kommt es vor, als seien wir schon viel laenger hier in Indien. Dabei ist es erst eine Woche her.
Es freut mich, dass viele von euch zu Hause diesen Blog lesen. Ich denke an euch!

Mittwoch, 13. August 2008

Shimla im Himalaya Gebirge


Annemarie und ich sitzen gerade in einer winzigen Internet-Bude in Shimla. Shimla liegt auf ca.2000m im Himalaya-Gebirge. Uns geht es gut. Das Wetter ist leider nicht so schoen. Immer wieder regnet es mal mehr, mal weniger stark. Ohne Regenjacke braucht man nicht vor die Tuer zu gehen. Es ist eben Monsun-Zeit. Dadurch trocknen leider unsere Sachen auch nicht wirklich. Hier oben im Gebirge ist es ausserdem wesentlich kaelter als in Delhi. Die Fahrt mit dem Zug hierher war sehr anstrengend - fuer ca. 300km haben wir ca. 12 Stunden gebraucht. Aber die Landschaft ist wunderschoen. Fotos werde ich evtl.nachliefern-habe mein USB-Kabel nicht dabei:-(
Eigentlich wollten wir schon gestern weiterreisen nach Manali. Leider waren alle Busse schon ausgebucht. Deshalb fahren wir erst morgen. Wir haetten uns direkt um unsere Weiterreise kuemmern muessen. Wir aergern uns natuerlich ueber den "verlorenen" Tag. Andererseits lernen wir aus unseren Fehlern und nehmen es jetzt wie es ist. So komm ich noch mal dazu hier was zu posten.
Morgen nehmen wir dann eine anstrengende Busfahrt von 10 Stunden nach Manali auf uns.

Es ist wirklich Wahnsinn - wir sitzen hier mitten in Indien im Gebirge und koennen sowohl im Internet surfen, als auch mit unserer indischen Handynummer nach Hause fuer wenig Geld telefonieren und es hoert sich an, als waeren wir direkt um die Ecke!! Dank der indischen Nummer haben wir uns in Manali auch schon ein Hotelzimmer gebucht. Mittlerweile gewoehnen wir uns an den indischen Akzent.
Es gibt immer was zu planen und zu organisieren. Wir beiden Maedels kommen ganz gut zurecht. In Indien braucht man nur fuer alle Dinge etwas mehr Zeit. Nicht nur fuer die Reisewege...eben haben wir ca. 45 Minuten gebraucht, um Traveler Schecks zu tauschen.
Gestern haben wir den Affentempel besichtigt. Nicht nur dort, sondern in der ganzen Stadt laufen Affen und Hunde frei herum. Bei den Affen muss man wirklich aufpassen, da sie aggressiv sein koennten. Zur Besichtigung des Tempels haben wir uns zur Sicherheit einen Stock geliehen, um die Affen zu vertreiben. Indien ist wirklich Abenteuer pur!!
Gleich sehen wir uns noch eine Sehenswuerdigkeit Shimlas an, schreiben Postkarten und dann heisst es Rucksack packen. Morgen frueh um 8.00h gehts los.
Viele liebe Gruesse nach Deutschland!!

Samstag, 9. August 2008

Delhi


Delhi ist wie erwartet laut und sehr voll. Vor allem die Fahrten mit den "Three-Wheelers" sind sehr abenteuerlich. Wer hupt hat Vorfahrt! Trotz des mal mehr oder weniger starken Regens am Freitag haben wir noch einiges von der Stadt gesehen. Wir haben und sehr gefreut, dass Kunaal früher frei hatte! :-) Heute am Samstag haben wir einige wichtige Dinge erledigt und unsere Weiterreise geplant. Morgen abend geht es für Annemarie und mich per Zug weiter in den Norden. Wir hoffen, dass alles weiterhin so gut klappt.

Der Flug



Nachdem wir pünktlich in Frankfurt angekommen waren, gab es ein Problem mit den Sitzplätzen. Günstigerweise war die Economy Class überbucht und wir zwei Mädels hatten die Ehre Business Class zu fliegen!!:-)) D.h. lecker Essen mit Auswahlmöglichkeit, Sitze, die man individuell einstellen konnte, Massagefunktion...
Dennoch waren wir recht ko, als wir in Delhi gelandet waren. Gott sei Dank kamen unsere Rucksäcke sehr schnell vom Band. Nachdem wir Geld gewechselt hatten, kam die nächste Hürde in unserem Abenteuer: wir brauchten ein Taxi...dies funktioniert am Flughafen in Delhi anders als in Deutschland...aber wir waren erfolgreich! Aufregende Fahrt, aber an gewünschter Adresse gut angekommen. Gott sei Dank hat uns Kunaal dann auch tatsächlich lieb und freundlich aufgenommen.

Mittwoch, 6. August 2008

Morgen gehts los...

Morgen ist es also soweit...der Rucksack ist gepackt und schwer genug. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen...??!!
Der letzte Tag in Deutschland ist auch für mich nicht ganz einfach. Ich werde euch alle tierisch vermissen!!... besonders meine Familie. Was mache ich nur ohne euch??
Ich möchte mich an dieser Stelle vor allem bei meinen Eltern und meiner Schwester ganz herzlich für die tatkräftige Unterstützung bei der Vorbereitung dieser Reise bedanken!!! Sie haben mir immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden, vor allem in den letzten Tagen...auch wenn sie mich am liebsten hier behalten würden. Ich verspreche euch, dass ich gut auf mich aufpasse und ich werde heil wieder zurückkommen...mit vielen Erfahrungen, Erlebnissen, Eindrücken...und vielen, vielen Fotos.
Außerdem bin ich ja nicht alleine...Auch wenn ich es zum tausendsten Mal sage: "Annemarie, ich finde es super, dass du mit mir fliegst!!"

In dem Sinne: Let's go to India!!