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Montag, 22. Dezember 2008

Backwatertour in Alleppey



Am Bahnhof angekommen, warfen wir einen Blick auf die “Reservierungstafel”. Am Tag zuvor standen wir alle noch auf der Warteliste. Nun hatten fuenf von sieben einen Sitzplatz bzw. ein Bett – das bedeutete, dass zwei von den fuenf ihr Bett teilen mussten. Bei den schmalen und unbequemen Betten in den Zuegen, vor allem in der ‘Sleeper Class’, nicht gerade ein Vergnuegen. Unsere beiden Paerchen erbarmten sich. Mitten in der Nacht sah ich Christophe zwischen den Betten auf dem Boden liegen, gebettet auf unseren Rucksaecken. Es war anscheinend zu unbequem und zu warm zu zweit in einem Bett. Ich konnte das nachempfinden. Ueber Tag schwitzte ich in diesem Zug trotz Ventilatoren. Es war extrem heiss. Am Nachmittag kamen wir endlich in Alleppey an. In unserem Gaestehaus erwartete uns die naechste schlechte Nachricht: anstatt der gebuchten Doppelzimmer, war nur ein riesiges Zimmer fuer uns alle zusammen verfuegbar. Aber wir sind ja flexibel und reisen nun schon einige Zeit zusammen, sind uns also vertraut…und es soll ja auch nur fuer eine Nacht sein. Nach kurzer Eingewoehnungsphase teilten wir uns auf…die einen zogen los um Zugtickets fuer den uebernaechsten Tag Richtung Sueden zu kaufen und die anderen fuhren zum Steg der Hausboote um Preise zu vergleichen und ein Boot zu organisieren. Zum Abendessen trafen wir uns alle in dem gemuetlichen, mit Kerzen beleuchteten Garten des Gaestehauses. Anschliessend folgten wir der Einladung in einem kleinen gemuetlichen Raum bei einem Bier dem Gitarrenspiel einiger Gaeste und Angestellter zu lauschen. Die Atmosphere war sehr ‘chillig’ und ungezwungen. Irgendwann ueberkam uns die Muedigkeit und wir gingen schlafen. Am naechsten Morgen liess das Fruehstueck leider etwas zu lange auf sich warten, so dass einige von uns sich mit leerem Magen auf Bootstour durch die Backwaters begaben. Das Hausboot aus Holz und Bambus war der absolute Luxus - vorne direkt hinter dem Steuer des Bootes ein ‘offenes Esszimmer’ mit Tisch und Stuehlen, darueber eine Art Terasse mit Baenken, Stuehlen und Liegeflaeche mit Matratzen. Die drei Schlafzimmer erstreckten sich bis zum hinteren Teil des Bootes. Da wir zu zehnt waren, mussten einige mit einer Matratze auf dem Boden vorlieb nehmen. Es kam uns die Idee, zu losen. wer mit wem welches Zimmer teilt – um uns mal ‘neu zu mixen’. Ganz am Ende des Bootes befand sich eine kleine Kueche. In unserem Trip war Mittagessen, Kaffee/Tee, Abendessen und am naechsten Tag Fruehstueck inklusive. Kurz nach 11h ging es dann endlich los – die Backwaters entlang. Die Backwaters sind von Palmen und Bananenbaeumen gesaeumte Wasserwege in Kerala. Am Ufer sahen wir Frauen Waesche waschen, grosse Werbetafeln, Schilder mit “Kollam 3km”, Kinder in Haengematten und vieles mehr. Fischer kamen mit ihren kleinen Kanus an unser Boot und boten uns frische Riesengarnelen an. Wir genossen die Sonne an Deck, lasen ein Buch, spielten Karten und liessen es uns gut gehen. Das Essen war in Ordnung, aber meist zu wenig. Als wir am Abend an einem Ufer anlegten, nutzten die meisten von uns die Gelegenheit einen Sprung vom oberen Deck ins warme Nass zu wagen. Beim Bauchplatscher von Christophe konnten wir alle die Schmerzen nachempfinden. Nach dem Abendessen sassen wir gemuetlich bei einem Bier zusammen. Spaeter hatte jemand die glorreiche Idee, Verstecken auf dem Boot zu spielen. Dazu mussten wir erst mal das Personal ueberzeugen alle Lichter auf dem Boot auszumachen. Beim Suchen war es da schon ein bisschen gruselig und die Verstecke sehr originell – die Jungs klammerten sich von aussen ans Boot, um nicht entdeckt zu werden. Vor dem Zubettgehen lief mir eine Kakalake ueber den Weg – ich durfte gar nicht daran denken, dass ich mich waehrend des Spiels, in diesem Zimmer unter dem Bett versteckt hatte. Das Bettproblem wurde dadurch geloest, dass ein paar der Jungs auf dem oberen Deck ‘open air’ schliefen. Am naechsten Morgen erreichten wir noch waehrend des Fruehstuecks bereits wieder den Hafen. Dort hiess es Abschied nehmen – von den beiden Italienern. Der eine flog zurueck in die Heimat und der andere zurueck nach Ahmedabad fuer den naechsten ‘term’ an der Uni (IIMA). Der Rest der Gruppe ging entweder ins Internetcafe oder zum Strand. Zum Mittagessen trafen wir uns wieder, um anschliessend zum Bahnhof zu fahren. Dort angekommen, stellten wir fest, dass unser Zug drei Stunden Verspaetung hatte. Die einen nutzten das Angebot per Taxi 1 ½ Stunden nach Varkala zu fahren, die anderen fuhren zurueck in die Stadt, um in Internetcafes Dinge zu erledigen. Ich entschied mich fuer die zweite Option und schrieb den Bericht ueber Goa. So trafen wir uns gegen 17.30h erneut am Bahnhof. Unser Zug hatte noch immer Verspaetung. Wir konnten aber die Gelegenheit nutzten, einen anderen Zug zu nehmen, der eher eintraf. Wir fragten den Schaffner, ob wir mit unserem Ticket einsteigen durften. Da es sehr billige Tickets waren, durften wir nur in einem der Wagons im Gang stehen. Aber fuer 1 ½ Stunden geht alles. So kamen wir dann am Abend in Varkala an.