Waehrend den fuenf ruhigen, entspannten Tagen am Campus in Ahmedabad hatte ich gelegentlich das Gefuehl nicht mehr hierher zu gehoeren - fast alle Austauschstudenten waren entweder bereits zurueck in der Heimat, auf Reise irgendwo in Indien oder aber bei diesem ERI-Kurs. Es kam mir sogar zu Ohren, dass bereits einige der Austauschstudenten fuer den naechsten ‘term’ am Campus eingetroffen waren. Ich nutzte die Tage, um ein Paket nach Hause zu schicken mit all den Sachen, die ich nun auf meiner Reise nicht mehr benoetige, Souvenirs einzukaufen und Reiseplanungen zu machen.
Am 10.Dezember hiess es schliesslich Abschied nehmen – aber ich war nicht die einzige…insgesamt versammelten sich an diesem Abend ca.12 Austauschstudenten am Haupteingang, um in unterschiedliche Teile Indiens zu stroemen. Es war schon ein bisschen traurig…wir Austauschstudenten verabschiedeten uns untereinander und es waren sogar ein paar indische Studenten gekommen, um ‘Auf Wiedersehen’ zu sagen…es war eine schoene Zeit am Campus!!
MUMBAI/BOMBAY(Nachtrag)
In meiner Reisegruppe waren wir zu sechst.Wir fuhren zum Bahnhof mit all unserem Gepaeck– mit dem Ziel Mumbai/Bombay. Wir hatten zuerst überlegt diesen Zwischenstopp auf unserer Reise nach Goa wegen den schlimmen Ereignissen in Mumbai abzusagen. Wir haben versucht andere Zugtickets zu organisieren. Doch es war alles ausgebucht. So beschlossen wir, unsere Reise wie geplant durchzuführen und nicht, wie von den Terroristen gewollt, dieser wunderbaren Stadt fernzubleiben. Mir gefielen auf Anhieb die schwarz-gelben Taxis. Zwei davon brachten uns früh am Morgen zu unserem gebuchten Hotel, in dem Anders und Helena uns erwarteten. Wir hatten das Familienzimmer gebucht, in dem wie bei Schneewittchen und den sieben Zwergen 10 Betten in einer Reihe hintereinander standen. Die Decke war so tief, so dass die Jungs so eben aufwärts stehen konnten. Es gab für uns alle eine Dusche und eine Toilette. Aber wir organisierten uns ganz gut...Dann hiess es erst mal frühstücken...Helena und Anders hatten bereits in den Tagen zuvor eine gute Bäckerei ausfindig gemacht, in der es leckere Schoko-Croissants, Kuchen, Schokolade und vieles mehr gab. Anschliessend schauten wir uns die Stadt ein wenig an...natürlich auch das Taj Hotel und das India Gate. Sonst schlenderten wir durch die Strassen und besuchten das ein oder andere Geschäft. Danach machten wir ein kleines Nickerchen im Hotel. Zum Mittagessen waren wir mit zwei indischen Freunden von Helena und Anders verabredet. Ein Taxi ist auf dem Weg dorthin leider verloren gegangen. So trudelten ein paar von uns etwas später ein als die anderen. Nach dem Essen gingen wir in einer Bar etwas trinken und eine Wasserpfeife rauchen. Dabei entstand eine Art Wettbewerb, wer von uns den meisten Rauch in den Raum bläst. Da Lotta, Christophe und ich noch ein bißchen mehr von der Stadt sehen wollten, machten wir uns auf. Wir gingen zum Strand von Mumbai, an dem entlang die ganzen Wolkenkratzer stehen. Nach ein paar Fotos und einem Snack am Strand, fuhren wir per Taxi zu einem Aussichtspunkt. Doch wer war das dort auf der Strasse in seinem orangen T-Shirt?? Es war Max...einer von den Austauschstudenten aus Frankreich. Wir machten dem Fahrer klar, dass er halten sollte und Lotta rannte Max hinterher. So besuchten wir zu viert einen netten Park, von dem man leider doch keine Aussicht auf die Stadt hatte. Wir unterhielten uns eine ganze Weile lang, bevor Max sich aufmachen musste, um seinen Flieger zurück nach Frankreich zu nehmen. Wir anderen drei fuhren zurück zum Hotel. Nickerchen, Dusche und schon ging es weiter. Wir trafen uns mit Freunden von Helena und Anders in einem Pub. Das Essen war zum Teil nicht so gut, aber dafür das Bier, die Cocktails, das gesalzene Popcorn, die Musik...ein paar von uns spielten eine Runde Billiard. Alle Bars und Clubs machten in Mumbai spätestens um 24.00h zu. Auf dem Nachhauseweg hielten wir noch an einem Strassenladen an...es war wie eine Eisdiele...es gab Eis, frische Fruchtsäfte, Joghurtdrinks...und open air Sitzplätze. Alles war echt klasse!!Im Hotel angekommen, hiess es dann auch schnell für alle: Gute Nacht! Am nächsten Morgen wollten wir zunächst in einem Delikatessladen frühstücken. Anders und Helena hatten das Frühstück bereits wenige Minuten zuvor getestet und waren nicht überaus begeistert. Die Italiener waren von italienischem Käse etc. so hingerissen, dass sie jeden Preis bezahlt hätten. Lotta, Christophe und ich hechteten wieder zu dem Bäcker vom Vortag, denn unser Magen hing mittlerweile wirklich auf dem Boden. Die anderen folgten uns später. Nachdem jeder nun, egal wo, gefrühstückt hatte, schwärmten wir in Gruppen in die verschiedenen Richtungen aus zum Stadtbummel. Ich war wie immer mit Lotta und Christophe unterwegs. Meine Ausbeute: eine Bluse, ein Paar Kleine Muck-Schuhe aus Kamelleder und selbst hergestelltes, pflanzliches Parfum. Irgendwann überkam uns der Durst und wir mussten dringend etwas trinken. So gingen wir direkt in dieses Lokal an der nächsten Ecke. Kaum sassen wir, bemerkten Lotta und Christophe in welchem Lokal wir sassen...es war das Leopold Cafe...dort, wo vor 10 Tagen Menschen erschossen worden waren. Ein eigenartiges Gefühl. Doch der Laden wirkte, als sei nichts passiert...bis auf ein paar Fenster ganz oben an der Decke, die keine Scheiben mehr hatten und Einschusslöchern an der Wand. Das Lokal war sehr gut besucht und man sah allgemein viele Touristen in der Stadt. Wir tranken rasch zu Ende und setzten unseren Einkaufsbummel fort. Wir liessen uns in ein Viertel fahren, dass v.a.bekannt ist für seinen Goldschmuck. Ich muss zugeben, so allmählich wurden mir die Beine schwer. Irgendwann hatten wir dann auch genug und versuchten ein Taxi zurück zum Hotel zu bekommen. Aber keiner der Taxifahrer wollte uns fahren. Nachdem wir es bei ca.drei bis fünf Taxis versucht hatten, stellten wir fest, dass unser Hotel nur wenige Gehminuten entfernt lag. Dann erst konnten wir die Taxifahrer verstehen und machten uns zu Fuß auf den Heimweg. Nickerchen, Dusche und schon mal ein kleiner Drink...bevor es losging zu einem verdammt teuren Restaurant - bedeutet europäische Preise. Das Essen war sehr lecker, aber nicht wirklich reichlich. Im Restaurant trafen wir dann auf Simon und Thierry, zwei weitere von uns Austauschstudenten. Nach dem Essen ging es per Taxi in einen anderen Teil der Stadt zu einer Diskothek. Wir mussten davor ein wenig warten, da eines der Taxis auf der Fahrt einen Platten hatte. Schliesslich waren alle da und wir trafen in der Disko noch unsere indischen Freunde von gestern. Es war sogar eine Live-Band da. Wir hatten sehr viel Spaß!! Doch auch die Diskotheken machen in Mumbai spätestens um 24.00h zu...viel zu früh für uns! So fuhren wir wieder per Taxi zur Wohnung eines befreundeten indischen Paares. Die Wohnung war wirklich ein Traum...recht geräumig, grosse Fenster...und vom Schlafzimmer hatte man einen Blick direkt aufs Meer!! So tranken, assen, tanzten, quatschten wir hier einfach weiter...bis in die frühen Morgenstunden. Es war leider nicht viel Zeit für Schlaf...nach ca.drei - vier Stunden hiess es aufstehen, Tasche fertig packen und per Taxi Richtung Bahnhof, der etwas ausserhalb der Stadt lag...
...und dieses Mal lautete unser Ziel Goa, d.h. Sonne, Strand und Meer. Es war eine lange Fahrt. Eigentlich war fuer uns ‘Madgaon’ die Endstation…aber Lotta hatte einen Abholservice vom Hotel aus arrangiert, was bedeutete, dass wir eine Station vorher aussteigen mussten. Man sollte also aufpassen, den Ausstieg nicht zu verpassen. Alle haben es geschafft…bis auf unsere beiden Italiener und Simon. Nichts desto trotz haben wir uns spaeter alle in unserem Gaestehaus in Calangute wiedergetroffen, wo bereits ein paar andere von uns auf uns warteten. Wir waren also insgesamt nun eine Gruppe von 12 Studenten. Es war ein Traum…zwei separate Wohnungen ganz fuer uns alleine – mit jeweils 6 Leuten. Die eine Wohnung war ebenerdig und hatte zwei Badezimmer, die andere war um die Ecke auf der ersten Etage und hatte eine grosse Terasse. Und das Beste…hinter dem Haus gab es einen ca.10 Meter langen Weg, der direkt am Strand endete!!! Dort gab es viele Strandrestaurants, die einem bei Verzehr von Essen und Getraenken auch Sonnenliegen kostenlos zur Verfuegung stellten. Wir sehnten uns nach Faulenzen und Sonnenbaden…jedoch mussten vier von uns darauf noch etwas warten…fuer Helena, Lotta, Christophe und mich hiess es am naechsten Tag frueh aufstehen…es war der erste Tag von unserem viertaegigen Tauchkurs!!!( Verzeih’ mir erneut Mama…ich wollte dich nicht beunruhigen. Mir geht es gut!!) Um 7.30h machten wir uns bereits auf den Weg, da der Kurs um 8.00h anfangen sollte. Das erste Problem war, den richtigen Ort zu finden…der Taxifahrer verstand nicht wo wir hin wollten und wir kannten uns natuerlich auch nicht aus. Doch schliesslich fanden wir das Sun Village Resort und unseren Anbieter “Barracuda Diving”. Es war jedoch weit und breit niemand zu sehen. Also riefen wir die angegebene Nummer an. Ein junger Mann teilte uns mit, dass der Kurs erst um 10h startet. Also machten wir uns auf, um zu fruehstuecken…nicht so einfach…in Goa fruehstueckt man anscheinend erst gegen 10h/11h… wahrscheinlich weil es hauptsaechlich aus Bars, Restaurants und Clubs besteht und sehr touristisch ist. Wir landeten in einer Huette direkt neben der Strasse, wo es Chai und Omlette mit Toast gab – perfekt! Dann schlenderten wir zurueck und es war tatsaechlich jemand da. Eine nette Frau – ich glaube, sie kommt wie die Tauchlehrer aus England – empfing uns. Zunaechst mussten wir Formulare ausfuellen – Adresse, Gesundheitszustand, etc. Unser Kurs nennt sich ‘Open Water Diving Kurs’, der einen Test am Ende beinhaltet. Bei Bestehen erhaelt man ein Zertifikat, mit dem man ueberall in der Welt tauchen gehen kann. Deshalb mussten wir uns erst einmal drei Videos anschauen, in denen grundlegende Dinge erlaeutert wurden und jeweils anschliessend einen kleinen Test machen – zur Ueberpruefung, ob wir auch alles verstanden hatten. Wir waren zu fuenft – wir vier Studenten und ein Familienvater aus England, dem es zu langweilig war, mit seiner Frau und Toechtern faul am Strand und Pool zu liegen. Mittagspause machten wir im Hotel. Man fuehlte sich hier nicht wie in Indien…es haette auch ein Luxuxhotel irgendwo in der Tuerkei oder Griechenland sein koennen. Nach der Mittagspause bekamen wir Tauchanzug, Flossen, Schnorchel fuer unsere ersten ‘Gehversuche’ im Pool. Einer der Lehrer erklaerte uns zunaechst die Ausruestung (Sauerstoffflasche etc.), wie man sie zusammensetzt, auf Funktionstuechtigkeit kontrolliert und richtig benutzt. Anschliessend ging es mit kompletter Ausruestung in den Pool und wir machten unsere ersten Uebungen. Das Atmen unter Wasser per Sauerstoffflasche hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Wir lernten Fingerzeichen unter Wasser fuer ‘ok’, ‘nicht mehr viel Sauerstoff’, ‘Problem’ etc., zogen die Tauchmaske unter Wasser aus und wieder an, wechselten beim Atmen von Sauerstofftank zu Schnorchel und wieder zurueck und noch vieles mehr. Am Ende waren wir froh, neben all der Theorie am Morgen auch praktische Erfahrungen gemacht zu haben. Chris, der Familienvater, lud uns auf ein Bier ein. Danach machten wir uns auf zum Strand zu den anderen. Es war mittlerweile schon fast 18h und die Sonne ging unter. Die drei Italiener in unserer Gruppe hatten angeboten fuer uns Pasta mit Kaesesosse zu kochen. Sie schwitzten ‘oben ohne’ hinterm Herd und sangen lauthals italienische Lieder. Zu Pasta gab es leckeren Rotwein. Es war ein super Essen – in der Art sehr selten hier in Indien! Am naechsten Tag gingen wir vor dem Kurs in einer Strandhuette fruehstuecken. Zum Start schauten wir uns erneut ein Video mit anschl.Test an, bevor es fuer mehr Uebungen in den Pool ging. Unsere Lehrer schlugen uns vor den abschliessenden Test bereits heute zu machen, da wir alle wichtigen Informationen mittels der Videos bekommen hatten. Also machten wir kurz Mittagspause, bekamen eine letzte intensive Unterrichtseinheit und absolvierten den Test. Fazit: alle bestanden!!! Nun fehlten uns nur noch die Tauchgaenge im Meer, mit denen wir am naechsten Morgen starten sollten. Wir machten uns auf zum Strand, wo ich erst mal zwei Stunden schlief, bevor wir uns schon wieder zum Abendessen fertig machten. Wir gingen zu einem sehr gemuetlichen Restaurant, in dem ich nach Monaten ein leckeres Pfeffersteak ass. Anschliessend trafen wir in einer Bar auf Tim - einen unserer Tauchlehrer. Nach einem Getraenk fuhren wir Taucher aber zurueck zum Gaestehaus. Am naechsten Morgen wurden wir um 8.30h zu unserem ersten Tauchgang im Meer abgeholt. Zuerst ging es ca.45 Minuten per Boot hinaus aufs Meer. Waehrenddessen erhielten wir die letzten Informationen und Anweisungen. Und dann ging es los…Ausruestung an, Kontrolle ob alles funktioniert und erst mal ins Wasser…das Wichtigste: das Meer ist nur ein riesiger Pool (Zitat Andy – mein Tauchlehrer)…frei nach diesem Motto gingen wir ca. 7 Meter unter Wasser und machten dieselben Uebungen wie im Pool. Es klappte alles wunderbar! Nach einer Pause auf dem Boot gingen wir erneut unter Wasser und ‘besichtigten’ ein gesunkenes Schiff…total aufregend!!! Wir sahen viele verschiedene Fische, obwohl die Sicht hier im Arabischen Meer lediglich 2-3 Meter betrug. Es war trotzdem eine tolle erste Erfahrung!! Auf dem Rueckweg sahen wir vom Boot aus sogar ein paar Delfine!! Traumhaft! An diesem Abend schlenderte ich mit Helena die Geschaefte entlang, bevor wir alle zusammen in einer Strandhuette assen. Der naechste Tag war unser letzter Tauchtag. Diesmal machten wir weniger Uebungen unter Wasser, sondern erforschten die Unterwasserwelt. Ich bin froh, dass ich den Kurs gemacht habe!! Ich habe das Meer schon als Kind geliebt. Wir hatten viel Spass und ich denke, ich werde irgendwo noch mal tauchen gehen, wo die Sicht wesentlich besser ist und man noch mehr entdecken kann. An dem abend gingen wir nicht nur in dem leckeren Restaurant essen, sondern auch alle zusammen in eine Diskothek und tanzten zu R’n’B und Hiphop bis in den fruehen morgen. Am naechsten Tag genossen wir ‘Taucher’ dann auch mal den Strand, bevor wir uns am Abend wieder zum Bahnhof aufmachen mussten. Unser naechstes Ziel: Alleppey in Kerala.
1 Kommentar:
Juchuuuu, bald bist du wieder da! Freu mich sooooo!!!!!!
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